Wer Fristen verpasst, verliert seine Ansprüche
Diese Rechte haben Passagiere

Überbuchungen, Verspätungen, Gepäckverlust: Beim Fliegen lauern viele Unannehmlichkeiten. Aber das müssen die Gesellschaften in einigen Fällen neuerdings teuer bezahlen - die Rechte der Flugpassagiere haben sich erheblich verbessert.

FRANKFURT. Verspätungen und Überbuchungen gehören zum Alltag - besonders beim Fliegen. Laut EU-Kommission werden jährlich 250 000 Fluggäste am Check-In abgewiesen, obwohl sie gültige Tickets haben. Die Fluggesellschaften wollen die Flugzeuge optimal auslasten und spekulieren darauf, dass immer einige Passagiere nicht am Schalter erscheinen. Aber das müssen die Gesellschaften in einigen Fällen neuerdings teuer bezahlen - die Rechte der Flugpassagiere haben sich erheblich verbessert.

Die Bestimmungen für Flüge aus der und in die EU:

Überbuchung

Bevor die Fluggesellschaft einen Passagier abweist, muss sie nach Freiwilligen suchen, die es nicht schlimm finden, ihren Flug später anzutreten - sofern sie dafür ein Hotel bezahlt bekommen oder eine andere Unterstützungsleistung erhalten. Müssen Passagiere unfreiwillig zurückbleiben, können sie zwischen der vollständigen Rückerstattung des Flugpreises und einem Ersatzflug wählen. Zudem muss die Fluglinie Entschädigung zahlen: bei Strecken bis 1500 Kilometer 250 Euro, bei Flügen zwischen 1500 und 3500 Kilometer 400 Euro, und bei Flügen über 3500 Kilometer 600 Euro. Auch Mahlzeiten, Getränke und wenn nötig die Hotelunterkunft und Telefongespräche muss die Gesellschaft bezahlen. Die gleichen Regeln gelten, wenn ein Flug annulliert wird - es sei denn, die Fluggesellschaft hat zwei Wochen vor dem Abflugdatum darüber informiert und Alternativflüge angeboten. Die Pflicht zur Zahlung entfällt allerdings, wenn die Airline nicht für den Ausfall verantwortlich ist.

Verspätung

Wenn die Passagiere rechtzeitig einchecken und ihr Flug sich bei einer Distanz von bis zu 1500 Kilometern mindestens zwei Stunden verspätet, bei Flügen bis zu 3500 Kilometern mindestens drei Stunden und bei langen Flügen ab 3500 Kilometern mindestens vier Stunden, dann müssen die Fluglinien in allen Fällen Getränke, Essen, Telefongespräche und gegebenenfalls ein Hotel bezahlen. Ab einer Verspätung von fünf Stunden kann der Gast die Erstattung des Preises verlangen.

Gepäck

In den Ländern, die das Abkommen von Montreal unterzeichnet haben, gilt: Gehen die Koffer verloren oder werden sie beschädigt, muss die Fluggesellschaft pro Passagier bis zu 1210 Euro zahlen. Kommt das Gepäck verspätet an, müssen Ersatzkleidung und Toilettenartikel von der Fluglinie übernommen werden. Ist das Gepäck beschädigt oder verspätet, muss der Passagier das so schnell wie möglich schriftlich melden. Um den Schadenersatz zu erhalten, gelten folgende Fristen: bei Beschädigung sieben Tage und bei Verspätung 21 Tage nach Erhalt des Gepäcks. Wer die Fristen verpasst, verliert seine Ansprüche. Passagiere sollten daher gleich beim Empfang die Koffer inspizieren und Beanstandungen melden, denn sonst muss der Passagier beweisen, dass die Fluggesellschaft die Schäden verursacht hat.

Quelle: Tagesspiegel

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