Wer geehrt wird, profitiert
Oscars für die Anwälte

Dieses Mal konnten die Zuschauer wenigstens sitzen, letztes Mal war noch nicht genug Geld für Stühle da – bei der Verleihung der Juve Awards 2005 von dem juristischen Verlag Juve. Es geht um die Trophäen für Anwälte in den verschiedenen Disziplinen von M&A bis Steuerrecht – und als Krönung die Juve-Kanzlei des Jahres.

Damit die Unternehmensjuristen ebenfalls hingucken, werden auch drei Rechtsabteilungen geehrt: Die von der Deutschen Bank, Degussa und Siemens in diesem Jahr. Moderatorin: Nina Ruge.

Die 500 Gäste waren aus ganz Deutschland angereist, um dem Schauspiel im "Palais am Zoo" in Frankfurt - in Smoking und langem Kleid - beizuwohnen. Allein das zeigt, wie gut sich diese Veranstaltung, die es jetzt erst zum zweiten Mal gab, etabliert hat. Fern bleibt nur, wer es einfach nicht über sich bringt, konkurrierenden Kollegen zuzuklatschen, wenn er selbst keinen Preis bekommt. Wer also mutig ist und überhaupt die Ehre hat, auf der Einladungsliste zu stehen, der kommt. Denn innerhalb der Kanzleien wird neidisch darauf geachtet, wer geladen ist - und wer nicht. Nur hinter vorgehaltener Hand gibt es Kritik am Smokingzwang oder daran, dass Juve die Preisträger selbst ernennt - und keine externe Jury einspannt.

Nur eine Sozietät blieb dem Branchen-Auftrieb geschlossen fern: die Kanzlei Hengeler, eine der beiden renommiertesten in Deutschland - die andere ist Freshfields -, die als einzige Kanzlei dem "Manager Magazin" eine Titelgeschichte wert war. Wären sie auf der Liste der Nominierten gewesen, wären sie womöglich erschienen. Doch die Auszeichnung als Kanzlei für Kartellrecht, die Hengeler dieses Mal bekam, präsentierte Juve nicht auf der Bühne vor Beifall zollenden Kollegen, sondern unprätentiös in ihrem Jahreswerk, dem "Juve Handbuch Wirtschaftsanwälte".

In Großbritannien und den USA gibt es solche Rankings von Kanzleien und Anwälten seit langem. Hier hat erst der Brite Aled Griffiths mit diesem Buch eine Bresche geschlagen. Er war es, der vor sieben Jahren begann, mit seiner Redaktion in Köln die Stars unter den Wirtschaftsanwälten namhaft und der Öffentlichkeit - vor allem den zahlungskräftigen Klienten - zugänglich zu machen. Doch alle Versuche der Gerankten, diese Entwicklung zu ignorieren oder zu vereiteln, scheiterten. Jetzt ist die erste Kanzlei - Buse Heberer Fromm - selbst auf die Idee gekommen, einen Preis zu vergeben: den Buse-Award für Aufsätze zum Kapitalmarktrecht.

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