Werbeagentur
Leo Burnett startet neue Designagentur

Die Frankfurter Werbeagentur Leo Burnett expandiert und setzt damit ein Zeichen gegen Pessimismus in der Krise. In Berlin sollen künftig neue Köpfe den kreativen Input des Unternehmens stärken. Das neue Büro soll allerdings "schlank starten", wie der Chef es ausdrückt.

DÜSSELDORF. Die Frankfurter Werbeagentur Leo Burnett lässt sich von der anhaltenden Werbekrise nicht beeindrucken und eröffnet in Berlin einen zweiten Standort. Das neue Büro ist eine 100-prozentige Tochter der Agentur und wird sich auf Designarbeiten konzentrieren, wie das Handelsblatt vorab erfuhr. Kreativer Kopf soll der 46 Jahre alte Designer Andreas Läufer sein, dessen Name denn auch in dem Berliner Agenturnamen auftaucht: "Leo Burnett/Laeufer". Die Agentur Leo Burnett ist eine Tochter der französischen Publicis Groupe, des viertgrößten Kommunkationsnetzwerks der Welt. Zu ihren Kunden zählen Unternehmen wie Philip Morris, Procter & Gamble, Fiat und Kellogg?s.

"Das Thema Design wird immer wichtiger", sagt Andreas Pauli, Kreativchef von Leo Burnett Germany, der künftig die Zusammenarbeit der beiden Büros leiten soll. "Im Grunde ist Design genauso bedeutend wie Digital." Bislang werden Designarbeiten von spezialisierten Agenturen wie beispielsweise Meta-Design oder Claus Koch angeboten, die entweder von der federführenden Werbeagentur oder vom Werbekunden direkt beauftragt werden.

"Das ist dann manchmal so, wie wenn zwei Außerirdische miteinander sprechen", sagt Pauli, "weil der jeweilige Background einfach zu unterschiedlich ist." Er verspricht sich viel davon, die Leistungen künftig aus einer Hand anzubieten. Der neue Vorzeigekreative Läufer gilt als profilierter Art Director, der in der jüngsten Zeit vor allem Design und Kommunikationsstrategien für Lifestylefirmen entwickelt hat. 1998 war er Mitbegründer des Modemagazins "Tank".

Das neue Designbüro wird "schlank starten", wie Pauli betont, mit sechs Mitarbeitern, die sich auf die Kreation konzentrieren - Produktion, Strategie und sonstige Leistungen stellt dagegen das Frankfurter Büro bereit. Darüber hinaus will der Berliner Kreativchef Läufer mit freien Mitarbeitern unterschiedlicher Disziplinen zusammenarbeiten. Die Investitionshöhe will er nicht verraten, aber er räumt ein, dass "das Risiko überschaubar" wäre. Pauli ist zuversichtlich - trotz Krisenstimmung in der Werbebranche. "Wir gehen davon aus, dass die Jobs in diesem Bereich da sind." Die Anzahl der Ausschreibungen würde schließlich nicht geringer werden, im Gegenteil, die werbetreibenden Unternehmen haben gerade jetzt viele Fragen zur Effizienz ihrer Kampagnen.

Seiner Ansicht nach spielt das Aussehen der Produkte in vielen Branchen eine immer stärkere Rolle: zum Beispiel im Zigarettenmarkt, in dem Verpackungen nach dem zwangsweisen Wegfall der klassischen Werbekanäle einen deutlichen Kaufanreiz bieten müssen. Oder in der Autoindustrie - dort hat Design ohnehin von jeher einen hohen Stellenwert.

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