Werben auf Karten-Basis
Geomarketing senkt die Werbekosten

Geomarketing heißt das Zauberwort: Mit Hilfe von genauen Informationen über Milieus oder Kaufkraft in einzelnen Regionen und Städten versuchen Unternehmen, Verkauf und Werbeaktionen zielgenauer zu steuern. Die nötigen Daten dafür liegen schon lange vor.

Der Straßenabschnitt in Berlin-Mitte leuchtet knallrot auf der digitalen Karte. Vorsicht, signalisiert sie dem Management eines Zeitungsverlags in der Hauptstadt: In dieser Gegend sind viele Zeitungsabonnenten auf dem Absprung, wollen vermutlich ihre Tageszeitung demnächst abbestellen. Die Außendienstmitarbeiter sollte schnell handeln.

Diese Warnung offenbaren weder Kristallkugel noch Tarotkarten. Sondern digitale geographische Karten, die heute immer mehr Unternehmen zur Verbesserung ihres Vertriebs und Marketings einsetzen. Auf den Karten lässt sich mittlerweile so ziemlich alles ablesen: wo handybegeisterte Migranten leben, wo gut situierte Weinliebhaber wohnen - oder wo die Wechselwahrscheinlichkeit von Zeitungsabonnenten gefährlich hoch ist.

Geomarketing heißt das Zauberwort: Mit Hilfe von genauen Informationen über Milieus oder Kaufkraft in einzelnen Regionen und Städten versuchen Unternehmen, Verkauf und Werbeaktionen zielgenauer zu steuern. Die nötigen Daten dafür liegen schon lange vor, sie kommen von Marktforschern, Data-Brokern und Statistikämter. Doch durch leistungsfähige Software werden die Landkarten immer genauer: Vor wenigen Jahren lagen Daten nur für Postleitzahlengebiete vor. Heute sind einzelne Straßenabschnitte erfasst, zum Teil sogar einzelne Wohnhäuser.

"Eine Karte sagt mehr als tausend Worte", gibt sich Jürgen Schäfer, Manager der Zeitarbeitsvermittlung Randstad, überzeugt. Das Unternehmen nutzt seit einigen Jahren Geomarketing, um neue Standorte zu analysieren. Wo wohnen viele Arbeitssuchende, wo ist die Industrie angesiedelt, wo lohnt sich für Randstad eine neue Niederlassung? Die Arbeitsvermittlung leistet sich zwei hauseigene Geospezialisten, die die Daten ständig aufbereiten.

Randstad bezieht seine Informationen von Infas Geodaten in Bonn, einem der führenden Anbieter von Geomarketing. Konkret heißt das: Randstads Unternehmensdaten werden mit den externen Marktdaten von Infas verknüpft und auf geographischen Karten abgebildet.

Infas-Geschäftsführer Michael Herter beschreibt Geomarketing als Mittel, mit dem der Markt visualisiert wird und neue Zusammenhänge erkennbar werden. Herter und seine Mitarbeiter zapfen dafür jede Menge Quellen an - vom Landesvermessungsamt übers Kraftfahrtbundesamt bis hin zu den Daten eines Adresshändlers, zu dem Infas gehört. Außerdem hat Infas 19 Millionen Gebäude in Deutschland - das sind fast alle Wohnhäuser - bewerten lassen.

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