Werkzeugfertigung
Spezialisten auf der Suche nach der perfekten Oberfläche

Die Zeiten als Werkzeugmacher ihren Kunden einfach nur eine Maschine hinstellen konnten, gehören längst der Vergangenheit an. Mittlerweile liefern die Anbieter ganze Lösungssysteme statt einzelner Maschinen. Der Anspruch ist jedoch gleich geblieben: Die Fertigung von Werkzeugen zur Herstellung extrem genauer Bauteile.

BERLIN. Die Zeiten, als Dietrich Wagner seinen Kunden einfach nur eine Maschine hinstellen konnte, sind lang vorbei. "Heute beginnt unsere Arbeit oft schon damit, dass wir dem Kunden sagen, wie groß die Halle sein muss, die er bauen soll, und wo die Stromanschlüsse hingehören", sagt der Mitinhaber und Geschäftsführer des Werkzeugmaschinenbauers Peddinghaus aus Gevelsberg. "Weiter geht es mit der Finanzierung. Schließlich liefern wir dann auch meist ein ganzes Werkzeugsystem." Über Transportbänder und Roboter werden einzelne Teile miteinander verbunden - jede für einen anderen Arbeitsschritt. "Die Individualität liegt heute meist in der Kombination und Konfiguration", sagt Wagner.

Auch wenn Peddinghaus mittlerweile mehr Paket- als Einzellösungen verkauft - der wichtigste Anspruch an die Produkte ist unverändert geblieben: Als Spezialist für Ultrapräzisionsmaschinen fertigt das Unternehmen Werkzeuge zur Herstellung extrem genauer Bauteile. Vor allem so genannte spanende Prozesse lassen sich damit erledigen, ein Begriff, der alle mechanischen Bearbeitungsformen umfasst, mit denen sich Material in eine die gewünschte Form bringen lässt: Also Hobeln, Sägen, Schneiden oder Bohren. "Hochpräzise Maschinen braucht man zum Beispiel zur Herstellung von TFT-Bildschirmen auf dem Handy, für die Linse der Handykamera oder bei Kontaktlinsen", erklärt Christian Wenzel, Oberingenieur im Bereich Produktionsmaschinen am Fraunhofer für Produktionstechnologie-Institut in Aachen. Aber auch in der Nanotechnologie, der Mikrosensorik, der Medizintechnik, der Sensortechnik in der Automobilbranche ist die Technik gefragt. Kurz: Überall dort, wo es um feinste Oberflächen geht.

Der Wunsch nach Perfektion bestimmt die Industrie, die stets nach noch genaueren Formen und minimaler Rauheit sucht. "Je nach Bearbeitungsverfahren stehen diese beiden Anforderungen in Konkurrenz", erläutert Unternehmer Wenzel. "Wer die Form sehr gut einstellt, muss vielleicht mit der Rauheit leben. Denn der Polierprozesses verschlechtert eben oft die Form."

Form und Glätte sind aber nicht die einzigen Herausforderungen für die Werkzeugproduktion. Die Maschinen müssen sich zudem effizient nutzen lassen, wie Markus Berger vom Vertrieb im Bereich Zerspantechnik des Maschinenbauers Schunk aus Lauffen erklärt: "Von einer Werkzeugmaschine wird verlangt, dass sie 95 bis 99 Prozent Verfügbarkeit bringt. Das heißt, dass die Spann- und Automationssysteme, die in der Maschine stecken, ihre Funktion mit minimalem Wartungsaufwand über viele Jahre hinweg zu 100 Prozent erfüllen müssen."

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