Werner Andree
Zwei sind besser als drei

Werner Andree wird wieder Chef von Vossloh. Beim ersten Mal war es nur provisorisch. Jetzt will der Marathonläufer mehr.

DÜSSELDORF. Gerade erst hat er das Chefbüro in der Firmenzentrale in Werdohl bezogen. Es ist noch nicht wirklich seins: Alles sieht aus wie beim plötzlichen Rausschmiss seines Vorgängers letzte Woche. „Da wird sich noch manches ändern“, sagt Werner Andree.

Erst vorigen Donnerstag ist Andree zum Vorstandssprecher des Bahntechnik-Mittelständlers Vossloh bestellt worden. Und hat dankbar schon ein Angebot aus seinem Kieler Werk angenommen: Die dortigen Diesellokbauer wollen ihm Großmodelle von Vossloh-Loks zur Ausstaffierung seines Büros schicken.

„Das ist schon eine schicke Sache“, freut sich der silberhaarige Mann, der vielen im Konzern bisher nur als dröger Finanzvorstand mit wenig Affinität zur Bahntechnik erschienen war. Das sieht der 56-jährige gebürtige Kölner, der seit September 2001 Finanzvorstand des MDax-Unternehmens war, ganz anders. Nach Jahren in der Versicherungsbranche und in der Pharmaindustrie fühlt sich der Betriebswirt und Steuerberater bei Vossloh wohl: „Diese Art der Technik ist greifbar, damit kann ich was anfangen.“

Nach der Ära des langjährigen Vossloh-Vorstandsvorsitzenden Burkhard Schuchmann und der folgenden Episode des rasch gescheiterten Gerhard Eschenröder hat Andree jetzt das Sagen. „Eigentlich hatte ich mal davon geträumt, frühzeitig aus dem Berufsleben auszuscheiden, um mich anderen Dingen zu widmen“, sagt der passionierte Reiter und Marathonläufer, dessen persönliche Bestzeit bei drei Stunden, 23 Minuten liegt. „Jetzt wird wohl so schnell nichts daraus. Ich freue mich aber auf die neue Herausforderung.“

Der Aufsichtsrat hat ihn verpflichtet, wieder Ruhe und Kontinuität in einen Konzern zu bringen, der in den vergangenen zwei Jahren neben einer Beinahe-Verdreifachung seines Aktienkurses vor allem Schlagzeilen mit seinen Top-Personalien machte. 2005 war es der Krach zwischen dem seinerzeitigen Aufsichtsratschef Kajo Neukirchen und dem damaligen Vorstandschef Schuchmann, der damit endete, dass beide das Unternehmen verließen.

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