Werner Auli
Ein Berufsoptimist für Nabucco

OMV-Vorstand Werner Auli kämpft für die Gaspipeline und hofft darauf, dass der EU-Energiegipfel in Prag wichtige Entscheidungen zum Großprojekt trifft.

WIEN.Wer im internationalen Energiegeschäft arbeitet, braucht mitunter einen extrem langen Atem. Wenn es um Öl und Gas geht, mischen Regierungen und Politiker immer nach Kräften mit. Werner Auli kennt dieses schwierige Geschäft schon seit bald 20 Jahren in all seinen Facetten - und hat sich vielleicht gerade deshalb den Optimismus nicht nehmen lassen.

Der 48-Jährige ist beim österreichischen Energiekonzern OMV das zuständige Vorstandsmitglied für das Gasgeschäft. Und damit ist Auli auch verantwortlich für die geplante Gaspipeline Nabucco, die Westeuropa von russischen Gaslieferungen unabhängiger machen soll. OMV ist der Konsortialführer des Projekts, an dem sich etwa auch der Essener RWE-Konzern beteiligt hat.

Nabucco ist ein gutes Beispiel dafür, wie die Politik das Geschehen in Energiefragen bestimmt. Die Pipeline, die vom Schwarzen Meer nach Österreich führen soll, berührt die Souveränitätsrechte der meisten Staaten auf dem Balkan - Unternehmen wie OMV und RWE können überhaupt nicht allein entscheiden. Doch der Umgang mit der Politik ist schwierig. Weil sich die Staaten rund um das Schwarze Meer vielleicht doch nicht über das Nabucco-Projekt verständigen, könnte es noch scheitern.

"Nein", widerspricht Werner Auli mit Inbrunst. Sein Herz schlägt für Nabucco, mag es auch immer wieder Rückschläge geben. Er ist von den Vorzügen der 3 000 Kilometer langen Pipeline überzeugt: "Es sieht alles sehr gut aus." Versorgungssicherheit sei ein Argument, von dem sich jeder Politiker überzeugen lasse.

Berufsoptimist Auli, der schon mehr als zwei Jahrzehnte für den OMV-Konzern arbeitet und dort nach und nach aufstieg, könnte zum Ende dieser Woche seine große Bestätigung erfahren. Auf dem EU-Energiegipfel in Prag verhandelt Europa mit Ländern wie Aserbaidschan und Turkmenistan über Gaslieferungen für die Nabucco-Pipeline. Außerdem soll die Türkei ihre erste Zustimmung für den Bau der Gasverbindung geben, die 1 000 Kilometer über ihr Territorium verläuft.

Auli, studierter Ingenieur aus Wien, setzt wie in seinem eigenen Berufsleben auch bei Nabucco auf Kontinuität. Beharrlichkeit und Hartnäckigkeit würden dafür sorgen, dass tatsächlich etwas aus dem Projekt wird. Deshalb ist er davon überzeugt, dass in Prag die ersten wichtigen Papiere unterschrieben werden.

Sein eigenes Gasgeschäft bei OMV hat er gut im Griff, das bescheinigt ihm auch die internationale Analystengemeinde. "Der Konzern profitiert schon heute von seiner Internationalisierungsstrategie beim Erdgas", lobt Gregor Kirstein, Energieanalyst beim Bankhaus Sal. Oppenheim, die Arbeit Aulis. Wenn es also bei OMV klappt, warum nicht auch bei Nabucco?

Stefan Menzel ist beim Handelsblatt der Spezialist für die Automobilbranche.
Stefan Menzel
Handelsblatt / Korrespondent Automobilindustrie
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