Werner Baumann Strategiechef rückt an die Bayer-Spitze

Bayer hat die Nachfolge an der Konzernspitze überraschend schnell geregelt. Strategie-Chef Werner Baumann wird zum 1. Mai die Nachfolge von Marijn Dekkers übernehmen. Zudem erhöht Bayer die Dividende.
Update: 24.02.2016 - 13:40 Uhr
Der Strategiechef rückt zum 1. Mai an die Konzernspitze. Quelle: PR
Werner Baumann

Der Strategiechef rückt zum 1. Mai an die Konzernspitze.

(Foto: PR)

HamburgDer Chemie- und Pharmakonzern Bayer hat die Nachfolge an der Konzernspitze überraschend schnell geregelt. Der ehemalige Finanz- und derzeitige Strategie-Chef Werner Baumann wird zum 1. Mai die Nachfolge von Marijn Dekkers übernehmen, wie der Konzern am Mittwoch nach einer Aufsichtsratssitzung mitteilte. Der Vertrag von Dekkers werde vorzeitig aufgelöst.

Für Bayer beginne nach der zügigen Neuausrichtung mit der Konzentration auf das Geschäft rund um die Gesundheit von Mensch, Tier und Pflanze eine neue Ära, sagte Aufsichtsratschef Werner Wenning. Deswegen sei nun der „richtige Zeitpunkt“, die Verantwortung weiterzugeben. Bayer habe sich unter der Leitung von Dekkers „hervorragend“ entwickelt.

Auch aus Dekkers' Sicht ist Bayer mit seiner klaren Fokussierung und seiner neuen Aufstellung in einer Position der Stärke. Auf allen Ebenen seien die Weichen für eine erfolgreiche Weiterentwicklung gestellt, betonte er. Es sei auch keine Einarbeitungszeit erforderlich.

Baumann (53) galt schon längere Zeit als heißer Kandidat. Der konzerninterne Übergang wurde 2014 eingeleitet, nachdem Dekkers (58) seinen Vertrag aus privaten Gründen nur um zwei Jahre verlängert hatte.

Der promovierte Chemiker aus den Niederlanden ist seit Oktober 2010 Bayer-Konzernchef. Er hat das Unternehmen neu aufgestellt und als Gesundheits- und Agrarspezialisten zwischenzeitlich zum wertvollsten Dax-Konzern gemacht. Vor allem die lukrative Gesundheitssparte spülte zuletzt hohe Gewinne in die Konzernkasse. An diesem Donnerstag legt der Konzern in Leverkusen seine Bilanz für 2015 vor.

Die größten Pharmakonzerne der Welt
Platz 20: Astellas
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Gemessen am reinen Pharmaumsatz ist Astellas die Nummer zwei der japanischen Pharmaindustrie. Der Schwerpunkt liegt auf Transplantationsmedizin, Onkologie und Antiinfektiva. Die Japaner kamen im vergangenen Jahr auf einen Umsatz von 11,1 Milliarden Dollar.

Platz 19: Boehringer
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Das Labor von Boehringer Ingelheim: Der zweitgrößte deutsche Pharmakonzern ist fest in Familienhand. Die Schwerpunkte liegen auf Mittel gegen Atemwegserkrankungen wie etwa das Lungenmittel Spiriva. Ein weiteres bekanntes Mittel ist Pradaxa, das zur Thrombose-Prävention eingesetzt wird. Geschätzter Umsatz 2015: 12,6 Milliarden Dollar.

Platz 18: Takeda
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Takeda ist der größte japanische Pharmahersteller und bietet Mittel in verschiedenen Therapiegebieten. Die Japaner haben sich 2014 durch die Fusion mit Nycomed deutlich vergrößert und kamen voriges Jahr auf einen Pharmaumsatz von 13,8 Milliarden Dollar.

Platz 17: Allergan
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Allergan hieß früher einmal Actavis und ist unter anderem Hersteller von Botox. 2015 machte das Unternehmen einen Umsatz von 15,1 Milliarden Dollar.

Platz 6: Bayer
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Der größte deutsche Pharmakonzern hat sich im Gegensatz zu dem Jahr 2015 um ganze zehn Platze verbessern können. Der Umsatz 2017: 43,1 Milliarden Dollar. Top-Produkte sind beispielsweise der Gerinnungshemmer Xarelto und das Augenmedikament Eylea.

Platz 15: Novo Nordisk
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Die Produktion von Langzeitinsulin der Firma Novo Nordisk: Der dänische Arzneihersteller ist einer der weltweit führenden Anbieter von Mitteln gegen Diabetes. Er kam im vergangenen Jahr auf einen Umsatz von 16,1 Milliarden Dollar.

Platz 14: Bristol-Myers Squibb
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Der New Yorker Konzern hat seinen Schwerpunkt bei Mitteln gegen HIV und in der Immunologie, aber auch in der Onkologie. Der Pharmaumsatz lag 2015 bei 16,6 Milliarden Dollar.

Die konjunkturanfällige Kunststoffsparte Covestro brachte Dekkers im Oktober als krönenden Abschluss seiner Arbeit an die Börse. Bereits vor mehr als zehn Jahren hatte sich Bayer von großen Teilen seines traditionsreichen Chemiegeschäfts getrennt und dieses als Lanxess an die Börse gebracht.

Die Dividende wird Bayer wie erwartet deutlich erhöhen. Die Ausschüttung für 2015 solle 2,50 Euro je Aktie betragen, teilte Bayer mit. Das ist die sechste Erhöhung in Folge. „Das Jahr 2015 ist für Bayer sehr erfreulich verlaufen“, sagte Dekkers einer Mitteilung zufolge. Die Bilanz für 2015 präsentiert Dekkers an diesem Donnerstag. Der Konzern dürfte laut Analysten seine eigenen Ziele erreicht haben und Umsatz sowie operativen Gewinn deutlich steigern.

Vorzeitiger Wechsel: Baumann übernimmt das Ruder

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  • dpa
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