Werner Klatten
Langsam kehrt das Lächeln zurück

Minutenlang lächelt Werner Klatten in die Objektive der Fotografen. Er präsentiert sich makellos: ein mittelgroßer, tiefbraun gebrannter Mann im dunklen Nadelstreifenanzug, mit für einen Mittfünfziger noch vollem Haar.

HB MÜNCHEN. Es ist der 1. August 2001, Tag der Hauptversammlung der schwer angeschlagenen EM.TV AG im Kongresszentrum der Münchener Messe. 3 000 Aktionäre sind gekommen, um den ersten Auftritt des designierten Vorstandschefs nach dem plötzlichen Abgang von Firmengründer Thomas Haffa zu erleben. Viele Anteilseigner sind wütend, haben viel Geld mit EM.TV-Aktien im Börsencrash verloren.

Mit fast monotoner Stimme verspricht Klatten, den ehemaligen Star des Neuen Marktes zügig wieder auf die Beine zu bringen. Doch daraus wird nichts: Drei Jahre lang müht sich Klatten mit all seinen Kräften. Doch auf zwei Schritte nach vorne folgt einer zurück.

Erst jetzt, im August 2004, kann der erfahrene Medienmanager erstmals zählbare Erfolge vorweisen. Der Umsatz ist im ersten Halbjahr im Vergleich zum Vorjahr gestiegen, die Firma schreibt endlich wieder schwarze Zahlen.

Eigentlich wollte Klatten im Sommer 2001 mit seinem früheren Ziehvater Leo Kirch den Medienkonzern EM.TV von den Altlasten befreien und einen florierenden Filmrechtehandel aufbauen. Er beteiligt sich selbst am Unternehmen und kauft auf Pump rund ein Viertel der Aktien.

Doch dann geht im Frühjahr 2002 die Kirch-Gruppe Pleite. Klatten verliert plötzlich den wichtigsten Partner. Nun wird es wirklich eng für ihn. Die Rechte an der Formel 1, die Thomas Haffa für Milliarden eingekauft hatte, muss Klatten abschreiben. Gleichzeitig brechen die Umsätze mit den Kirch-Sendern ein. „Das Risiko einer Insolvenz spielte seitdem im Grunde immer mit“, bekannte er später.

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