Werner Klatten
Neuer Job für den „Erlöser“

Werner Klatten hat die Filmfirma EM.TV gerettet. Nun wechselt er in den Aufsichtsrat und bastelt an einem neuen europäischen Medienkonzern.

MÜNCHEN. Für einen Mann nach überstandenem Himmelfahrtskommando hat sich Werner Klatten passabel gehalten. Gut, ein paar Falten sind in den vergangenen sieben Jahren als Chef der einstigen Skandalfirma EM.TV hinzugekommen. Doch der Teint des Sylt-Liebhabers ist meist gut gebräunt, auch sein verschmitztes Lächeln hat sich der 63-Jährige trotz allen Sanierungsstresses bewahrt. „Er ist topfit, Tennis würde ich gegen ihn nicht unbedingt spielen“, sagt ein deutlich jüngerer Medienmanager.

Für seine Hobbys – auch das Klavierspielen gehört dazu – hat Klatten fortan etwas mehr Zeit. Gestern legte er ein letztes Mal die Quartalszahlen der heutigen EM Sport Media vor, Ende der Woche gibt er dann den Vorstandsvorsitz ab.

Doch die Füße hochlegen wird der umtriebige Medienmanager nicht. Zunächst einmal übernimmt er den stellvertretenden Aufsichtsratsvorsitz der neuen EM-Gruppe, zu der neuerdings die Schweizer Highlight gehört, die wiederum an Constantin beteiligt ist. Seine neue Rolle definiert Klatten durchaus aktiv: „Ich will die Gruppe strategisch und unternehmerisch begleiten.“

Als Klatten 2001 die Führung von EM.TV übernahm, war das Unternehmen schwer angeschlagen, der Star des Neuen Marktes tief gefallen. Klatten ging voll ins Risiko und übernahm 25 Prozent der Anteile. Finanziert wurde der Einstieg von der niederländischen Constant Ventures. Da das Geschäft etwas undurchsichtig war, vermuteten nicht wenige in Klatten einen Strohmann Leo Kirchs. Klattens Rechnung jedenfalls ging nicht auf. Der Kurs entwickelte sich weiter schwach. Er musste seine EM-Aktien an den Kreditgeber übertragen.

Rückblickend sagt Klatten über sein Verhältnis zu Kirch: „Als ich zu EM.TV kam, gab es eine strategische Übereinstimmung mit Kirch.“ Nach dem Zusammenbruch der Kirch-Gruppe sei die aber nicht mehr viel wert gewesen. So musste Klatten den Laden alleine sanieren. Längst nicht alles gelang, was er sich ursprünglich so vorgestellt hatte. „Das Urkonzept sah natürlich anders aus“, räumt er ein. Doch während viele kleine Medienfirmen pleitegingen, existiert EM.TV – wenn auch unter leicht abgeändertem Namen – noch immer und gar nicht einmal so schlecht.

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