Wertpapierhändler zahlen 30 Millionen Euro
Phoenix-Anleger sollen im Herbst Geld sehen

Voraussichtlich im Herbst können die ersten Anleger des insolventen Optionshändlers Phoenix mit Zahlungen der Entschädigungseinrichtung der Wertpapierhandelsunternehmen (EdW) rechnen.

sos FRANKFURT. Dies ist das Ergebnis eines Gespräches zwischen dem Verband unabhängiger Vermögensverwalter (VuV) und der EdW, wie der VuV mitteilte. Innerhalb der nächsten drei Jahre soll die Entschädigung der Anleger abgeschlossen sein.

Ebenfalls im September oder Oktober werden den rund 750 EdW-Mitgliedern Zahlungsaufforderungen ins Haus flattern. Sie sollen per Sonderumlage für den Betrugsfall Phoenix zahlen. Diese beträgt für die erste Tranche das Zehnfache des derzeitigen Jahresbeitrages der EdW-Unternehmen. Insgesamt will die Entschädigungseinrichtung damit rund 30 Mill. Euro einsammeln, wie aus Behördenkreisen verlautete. Weitere Zusatzzahlungen sollen die EdW-Mitglieder in den kommenden Jahren leisten. Zunächst einmal gehe es darum, das Geld über die Sonderumlage in die Kasse zu bekommen, reiche dies nicht aus, solle zur Zwischenfinanzierung ein Kredit der Bundesregierung dienen, sagten Insider. Der Bund hatte den Kredit bereits zugesagt.

Jahrelang hatte Phoenix per Schneeballsystem Gewinne vorgetäuscht, fast 650 Mill. Euro Schaden verursacht und im Mai 2005 Insolvenz angemeldet. Rund 30 000 geprellte Anleger hoffen jetzt auf Geld aus der Insolvenzmasse und der Entschädigungseinrichtung. Die EdW müsste rund 180 Mill. Euro an sie zahlen, hat aber nur fünf Millionen Euro in der Kasse. Deshalb sollen die Mitgliedsunternehmen nachschießen. Doch viele Finanzdienstleister wollen klagen. Größere Unternehmen wie Templeton oder Fidelity haben sich bereits aus der EdW verabschiedet.

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