Wettbewerb um die besten Talente treibt Gehälter
Großkanzleien jagen Nachwuchs

Seitdem Hengeler Mueller im Mai 2006 verkündete, Berufsanfängern künftig 90 000 Euro Jahresgehalt zu zahlen, ist unter den Wettbewerbern der Preiskampf um die talentiertesten juristischen Nachwuchskräfte ausgebrochen. Zahlten die Top-Kanzleien ihren High Potentials bislang im Durchschnitt maximal zwischen 70 000 und 80 000 Euro, können sich die Associates jetzt über satte 90 000 bis 95 000 Euro freuen - und das vom ersten Arbeitstag an.

GARMISCH. Zum Vergleich: Das Jahresbruttogehalt von Junganwälten in Deutschland beträgt nach einer Studie des Instituts für Anwaltmanagement in Essen im statistischen Mittel 43 395 Euro, wobei sich 51 Prozent der von einem Einzelanwalt Angestellten und 17 Prozent der in Sozietäten Tätigen mit einem Bruttoeinkommen von unter 30 000 Euro begnügen müssen.

Grund für die massive Steigerung der Associate-Gehälter in den Großkanzleien ist vor allem das nach den rezessiven Vorjahren wieder florierende Beratergeschäft und der damit verbundene erhöhte Personalbedarf. Allein in diesem Jahr planen die 30 größten Sozietäten in Deutschland rund 750 Neueinstellungen.

So erfreulich diese Tatsache auch ist - beim Recruiting der jeweiligen Jahrgangsbesten stoßen die Top-Kanzleien an natürliche Grenzen. Denn von den etwa 6 000 Juristen, die jährlich auf den Arbeitsmarkt strömen, haben nur etwa 10 Prozent beide Staatsexamina mit Prädikat abgeschlossen. Nimmt man noch den Doktor- oder LL.M.-Titel als weitere Qualitätskriterien hinzu, wird deutlich, wie knapp die Ressourcen beim juristischen Nachwuchs sind.





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Consultant Bina Brünjes aus dem Frankfurter Büro der Personalberatung Hays Legal schätzt denn auch den harten Kern auf lediglich 300 Kandidaten. Konsequenz: Den Kanzleien bleibt in dieser ausgeprägten Wachstumsphase nichts anderes übrig, als auf Berufseinsteiger mit befriedigenden Examina im oberen Bereich auszuweichen. Wer im persönlichen Vorstellungsgespräch fachlich überzeugt und viel Unternehmergeist mitbringt, hat wohl gute Chancen auf eine Top-Visitenkarte, wird dafür allerdings erhebliche Abstriche beim Eingangsgehalt hinnehmen müssen.

Dagegen werden sich die besten Nachwuchsjuristen von der neuen Messlatte nicht gleich um 10 000 bis 20 000 Euro herunter handeln lassen. Andererseits sind sich die Kanzleien darüber im Klaren, dass der materialistischen Begeisterung Grenzen gesetzt sind. "Wir wollten es nicht auf die Spitze treiben und haben die Associate-Gehälter von 80 000 auf 90 000 Euro angehoben", berichtet Clifford Chance Partner Joachim Schrey. "Dafür gewinnen die Berufseinsteiger bei uns vom ersten Tag an Einblick, wie Wirtschaft funktioniert. Außerdem haben sie das Privileg, sich in Rechtsgebieten zu spezialisieren, die ihnen Spaß machen". Wer allerdings als Associate bei Clifford Chance mit außergewöhnlichen Leistungen aufwartet, der kann sich über zusätzliche Boni freuen. Und ab dem zweiten Dienstjahr gibt es die Möglichkeit, ein attraktives Firmenwagenangebot zu nutzen.

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