Whistleblower der UBS
Tippgeber erhält 100 Millionen Dollar von US-Steuerbehörde

Die US-Steuerbehörde bedankt sich bei einem Informanten mit einer sagenhaften Summe. Der Vermögensverwalter hatte Hinweise geliefert, dass die Schweizer Großbank UBS Amerikanern beim Steuerhinterziehen behilflich war.
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WashingtonDie US-Steuerbehörde IRS hat Ex-UBS-Banker Bradley Birkenfeld für Aussagen gegen die Großbank mit 104 Millionen Dollar belohnt. Das teilten seine Anwälte am Dienstag mit. „Die IRS hat heute 104 Millionen Botschaften an Whistleblower auf der ganzen Welt gesendet, dass es jetzt einen zuverlässigen und sicheren Weg gibt, Steuerbetrug zu melden, und dass die IRS nun Belohnungen zahlt“, hieß es in der Erklärung von Birkenfelds Anwälten, Stephen Kohn und Dean Zerbe. „Die IRS hat ebenso 104 Millionen Botschaften an Banken auf der ganzen Welt geschickt - hört auf, Steuerbetrug zu ermöglichen, oder ihr werdet gefasst.“

Mit seinen Tipps hatte Birkenfeld die Steueraffäre der UBS in den USA ins Rollen gebracht. Schlussendlich zahlte die UBS 2009 im Rahmen eines Vergleichs 780 Millionen Dollar an die USA. Die Bank gab zudem die Namen Tausender US-Kunden preis, die mutmaßlich Steuern hinterzogen hatten. Die Schweiz weichte in der Folge in einem Staatsvertrag mit den USA ihr Bankgeheimnis auf.

Birkenfeld war wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung für einen kalifornischen Milliardär und ehemaligen UBS-Kunden verurteilt worden und saß zweieinhalb Jahre in Haft.

Die IRS, die für gewöhnlich einzelne Belohnungen nicht bestätigt, erklärte, Birkenfeld habe sich mit der Bekanntmachung schriftlich einverstanden erklärt, wodurch die Behörde die Belohnung bestätigen könne.

„Die umfassenden Informationen des Hinweisgebers waren außergewöhnlich, was Umfang und Tiefe angeht“, hieß es in dem Resümee der IRS, das von Birkenfelds Anwälten zur Verfügung gestellt wurde. Der republikanische Senator Chuck Grassley, der 2006 maßgeblich an einem Gesetz beteiligt war, das qualifizierten Informanten eine Belohnung zusichert, erklärte: „Eine Belohnung von 104 Millionen Dollar ist offensichtlich viel Geld, doch dank der Informationen eines Tippgebers werden Milliarden Dollar an geschuldeten Steuern eingetrieben, die andernfalls nicht bezahlt würden.“

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Trotz Prämie gab es auch eine Haftstrafe

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  • - den einem Whistle-Blower namens "Bradley" steckt man 100 Millionen zu, weil er Informationen gestohlen und veröffentlicht hat

    - den anderen "Bratley" (Manning) steckt man in einen Folterknast und dürfte ihn zum Tode verurteilen, weil er Informationen gestohlen und veröffentlicht hat

    Dem einen ging's nur um's Geld, dem anderen um Humanismus. Schön zu sehen, was von beidem den USA wieviel wert ist...

  • Allein die Tatsache das man verniedlichend von Steuersündern spricht, das Regelungen mit der Schweiz zum Vorteil der Steuerkrimminellen gemacht werden, zeigt die Nähe dieser Bundesregierung zur Rechtsbeugung. Ein Staat der Parksünder wegen mangelnder Zahlungsbereitschaft in Erzwingungshaft stecken lässt, muss sich fragen lassen, was ihn eiendlich von einer krimminellen Vereinigung unterscheidet? Die Mafia hat zumindest einen Ehrenkodex. Und die USA mit ihrer verlogenen Moral ist auch nicht besser.

  • warum machen wir das nicht genauso. Warum wollen wir immer so edel sein ?

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