Wie Lufthansa-Chef Mayrhuber weltweit um Kunden wirbt
Stur kommt weiter

36 Jahre schon hält Wolfgang Mayrhuber der Lufthansa die Treue. Ihm ist es zu verdanken, dass die Airline so glänzend dasteht. 65 Prozent hat die Lufthansa-Aktie in zwölf Monaten zugelegt. Doch in kaum einer Branche ist Erfolg so zerbrechlich wie im Luftfahrtgeschäft.

SCHANGHAI. Wolfgang Mayrhuber singt Beethoven. „Freude schöner Götterfunken, Tochter aus Elysium / Wir betreten feuertrunken, Himmlische, dein Heiligtum.“ Die neunte Sinfonie des Maestros perlt aus den Lautsprechern, und Mayrhubers Lippen summen Schillers Ode „An die Freude“, die Hymne Europas. Davor erklang die der Volksrepublik China. Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Lufthansa AG trägt ein feuerrotes Gewand und einen feuerroten Hut mit einem goldenen Bommel dran.

Mayrhuber ist Ehrengast der ersten Examensfeier der „China Europe International Business School“ in Schanghai. Die Uni ist so etwas wie Chinas Harvard. Vor ihm sitzen 300 Absolventen, die ihren „Executive MBA“ geschafft haben. Und der Lufthansa-Chef soll ihnen erzählen, wie er es dahin geschafft hat, wo sie noch hinwollen: ganz nach oben, zum Chef von 93 923 Mitarbeitern in 150 Ländern, von 18,1 Milliarden Euro Umsatz und 432 Flugzeugen.

„Ich bin dieses Jahr schon zum sechsten Mal in China“, beginnt Mayrhuber auf Englisch. „Meine Frau wird schon misstrauisch, ob ich hier vielleicht eine Geliebte habe – Ja, die habe ich: Sie heißt China!“

Pause. Die Übersetzung ins Chinesische gelingt: Der Saal juchzt freundlich auf.

Sein persönliches Erfolgsrezept packt Mayrhuber in einen einzigen Satz: „Ich habe immer die Dinge gemacht, die mir gefielen und die für mich Sinn machten.“ Ein bisschen wirkt der 1,95-Meter-Riese erstaunt, dass das alles so einfach gewesen sein soll mit seiner Karriere hinaus aus Waizenkirchen im Hausruckviertel, Bezirk Grieskirchen, Oberösterreich, 367 über NN, nach Schanghai, Rio, Tokio, hinaus in die Globalisierung.

Mayrhuber hat allen Grund zu Hymnen an die Freude. Er gehört zu den Erfolgreichsten unter den Dax-30-Vorstandschefs. Die Lufthansa wächst, sie kauft Konkurrenten auf, sie schafft Jobs, sie lässt die meisten anderen Carrier der Welt hinter sich, sie peilt für 2008 einen operativen Gewinn von einer Milliarde Euro an.

Luft holen.

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