Wilhelm von Haller
Der schwierige Job als Chef von Sal. Oppenheim

Mehr als zwei Jahre ist Wilhelm von Haller an der Spitze der Privatbank Sal. Oppenheim. In dieser Zeit hat er das kriselnde Geldhaus umgebaut und wieder auf Kurs gebracht. Doch das ist erst der Anfang.
  • 1

KölnAm Morgen ein Geburtstagsempfang mit 240 guten Kunden, am Abend ein Dinner mit Journalisten – viele von uns würden ihren 60. Geburtstag wohl etwas intimer verbringen wollen. Wilhelm von Haller störte das an seinem Ehrentag vorgestern nicht. Im Gegenteil. Er wirkte zufrieden, schien den Arbeitstag zu genießen – hat er doch auf seine letzten Karrierejahre noch einen Job gefunden, der nicht einfach ist, ihm aber erkennbar Freude bereitet: Von Haller ist Chef der Privatbank Sal. Oppenheim.

Vor zweieinhalb Jahren schickte die Deutsche Bank den gebürtigen Münchener nach Köln an die Spitze der Privatbank Sal. Oppenheim. Das einst sehr feine Institut am Rhein war gerade von der Deutschen Bank in einer veritablen Rettungsaktion übernommen worden. Die Bankiersdynastie Oppenheim mit Matthias Graf von Krockow an der Spitze hatte das Institut in der Finanzkrise durch viel zu hohe Risiken im Derivate- und Kreditgeschäft in arge Schwierigkeiten gebracht. Eine Familientradition fand ihr Ende. Die persönlich haftenden Gesellschafter von Sal. Oppenheim, darunter von Krockow und Christopher Freiherr von Oppenheim, verkauften ihre Anteile an die Deutsche Bank.

Der fiel so ein Kundenportfolio in die Hände, das viele bekannte Namen aus der deutschen Wirtschaft enthielt: Die Familien Deichmann und du Mont, auch die Schickedanz’ ließen Teile ihres Vermögens in Köln verwalten.

Diese ehrenwerte Aufgabe hat nun von Haller übernommen. Aber er musste als Banker auch handwerklich tätig werden und das Zahlenwerk des Geldhauses renovieren. Das hat er getan: Von Haller hat die Beteiligungsrisiken der mehr als 220 Jahre alten Bank um 70 Prozent reduziert, die Zahl der Beschäftigten von 2400 auf 900 gesenkt und die Kosten halbiert. Das Investment-Banking und die Kreditvergabe hat die Bank eingestellt. Das Institut konzentriert sich nun wieder beinahe ganz auf das, was Sal. Oppenheim einst groß gemacht hat: die Verwaltung des Vermögens privater und institutioneller Kunden.

Das Ergebnis dieses Strategiewechsels kann sich durchaus sehen lassen. Nach 336 Millionen Euro Nachsteuerverlust 2010 hat Sal. Oppenheim 2011 wieder einen kleinen Gewinn erwirtschaftet, der allerdings nicht genau beziffert wird.

Seite 1:

Der schwierige Job als Chef von Sal. Oppenheim

Seite 2:

„Das Grundkonzept bleibt das einer privat geführten Bank“

Kommentare zu " Wilhelm von Haller: Der schwierige Job als Chef von Sal. Oppenheim"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • 7 BRIEFTAUBEN NACH SKANDINAVIEN!
    Empfinde den Artikel als Humoreske.
    Das die Staatsanwaltschaft im letzten Absatz auftaucht ehrt den Autor. Das der kölsche Esch nicht auftaucht nicht.
    Und das es "veritabel", "ehrenwert" sein soll den "nicht genau bezifferten Gewinn" zu konstatieren scheinen Software-Probleme im Soll- und Haben-Bereich wiederzugeben.
    Logisch indes ist, daß bei halbierten Vermögen die Bank nunmehr die "Kosten halbiert" und das Personal von "2400 auf 900" reduziert; will mir partout nicht als aktive Leistung der Bankführung einleuchten.
    Aber man wird jetzt ein "BISSCHEN solider, bodenständiger und berechenbarer".
    DA WIRD SICH FRAU SCHICKEDANZ ABER FREUEN.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%