Willi Verhuven: Alltours-Chef soll 25.000 Euro Strafe zahlen

Willi Verhuven
Alltours-Chef soll 25.000 Euro Strafe zahlen

Der Chef des Reiseveranstalters Alltours soll einen Polizisten angefahren haben. Der Ansicht ist offenbar auch das Gericht, das ihn nun zu einer saftigen Strafe verurteilte. Verhuven selbst sprach von einem „Fehlurteil“.
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DuisburgNiederlage für Alltours-Chef Willi Verhuven: Das Duisburger Amtsgericht hat den Reise-Unternehmer zu 25 000 Euro Geldstrafe verurteilt. Außerdem verhängte es am Dienstag ein zweimonatiges Fahrverbot. Die Richterin ist überzeugt, dass Verhuven im März 2012 einen Polizisten angefahren hat, um sich die Zufahrt zu seiner Duisburger Firmenzentrale zu erzwingen. Der 62-Jährige hatte die Vorwürfe bis zuletzt bestritten. Nach Prozessende bezichtigte er den Polizeibeamten der Lüge und sagte wörtlich: „Ich habe ihn nicht angefahren - definitiv nicht.“

Der Polizist hatte am 21. März 2012 einen Demonstrationszug der Gewerkschaft Verdi gesichert und von seinem Vorgesetzten den Befehl erhalten, keine Fahrzeuge durchzulassen. Genau darüber habe sich Verhuven laut Urteil hinweggesetzt und den Beamten mit langsamem Vorfahren auf die Motorhaube seines Mercedes aufgeladen.

Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft hat es sich dabei sogar um einen „tätlichen Angriff auf einen Polizisten“ gehandelt. Der 46-jährige Oberkommissar zog sich bei der Aktion nach eigenen Angaben einen schmerzhaften Bluterguss im Knie zu. Er war zwölf Tage dienstunfähig.

Verhuven hatte im Prozess erklärt, dass ihm der Polizist mit aggressivem Verhalten Angst gemacht habe. Deshalb sei er vor Schreck von der Bremse gegangen. „Der hat mit beiden Händen auf die Motorhaube geschlagen“, sagte er dem Gericht. Dann habe ihm der Beamte sogar noch den Scheibenwischer abgerissen. “Ich dachte nur noch: Ich muss hier weg.“

Sein Verteidiger äußerte Zweifel, ob die Absperrung wirklich verhältnismäßig war und sagte in seinem Plädoyer: „Vielleicht wollte da ein Motorradpolizist einem Unternehmer im Mercedes auch nur mal zeigen, wer das Sagen hat.“

Verhuven hat bereits angekündigt, dass er gegen das Urteil des Duisburger Amtsgerichts Berufung einlegen werde. „Ich bin kein Mensch, dem man so etwas antut und der dann seinen Mund hält“, sagte er nach Prozessende. Nach dem Vorfall hatte er den Polzisten nicht nur wegen Sachbeschädigung angezeigt, sondern auch eine Schadensersatzklage über rund 400 Euro für die Beschädigung seines Scheibenwischers eingereicht. Außerdem legte er bei der Polizei eine Dienstaufsichtsbeschwerde ein.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Willi Verhuven: Alltours-Chef soll 25.000 Euro Strafe zahlen"

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  • leider ist die Strafe viel zu niedrig ausgefallen. Der Millionenbetrüger Verhuven hat auch auf Gran Canaria Straftaten begangen die bisher nicht gesühnt wurden. Sie die Millionenschulden im Sun Club


  • Leider scheint in Deutschland oftmals nicht das Recht zu siegen, sondern der, der die bessere Lobby hat.
    Es geht auch anders, wie sich im nachfolgenden Bsp von polizeilicher Gewalt zeigt.
    Diese Beispiele machen leider zusehends Schule!

    http://www.sueddeutsche.de/bayern/prozess-um-polizeigewalt-bewaehrungsstrafe-fuer-pfefferspray-polizist-1.1283465


  • Leider scheint in Deutschland oftmals nicht das Recht zu siegen, sondern der, der die bessere Lobby hat.
    Es geht auch anders, wie sich im nachfolgenden Bsp von polizeilicher Gewalt zeigt.

    Diese Beispiele machen leider zusehends Schule!

    http://www.sueddeutsche.de/bayern/prozess-um-polizeigewalt-bewaehrungsstrafe-fuer-pfefferspray-polizist-1.1283465

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