William Morrow neuer Präsident: Weiter Unruhe bei Vodafone Japan

William Morrow neuer Präsident
Weiter Unruhe bei Vodafone Japan

Angesichts massiver Probleme auf dem japanischen Markt hat der britische Mobilfunkriese Vodafone sein Topmanagement im Land des Lächelns erneut verändert.

TOKIO. Erst Anfang Dezember war Shiro Tsuda, ehemaliges Vorstandsmitglied von Vodafone-Konkurrent NTT Docomo, als Präsident der Japan-Tochter angetreten. Nun soll dieser Job ab April an William Morrow gehen, der derzeit Vodafone Großbritannien leitet. Tsuda wird Chairman von Vodafone Japan und soll sich künftig die Führung mit Morrow teilen.

Für den 45 Jahre alten Morrow ist es eine Art Rückkehr. 2001 war der dreifache Familienvater, der seit mehr als zwei Jahrzehnten in der Telekommunikationsbranche arbeitet, für Vodafone Japan nach Tokio gegangen. Später leitete er dort das Festnetzgeschäft als Präsident von Japan Telecom, das Vodafone dann an einen Investmentfonds verkaufte. Analysten in Tokio spekulierten deshalb bereits, ob die Ernennung bedeutet, dass Morrow seine Verkaufserfahrung nun bei der Mobilfunksparte einsetzen soll: Der laufen im Moment die Kunden davon.

Der 69 Jahre alte Tsuda betonte jedoch, er selbst habe um Morrow als Verstärkung gebeten. 2005 werde das Jahr der Kehrtwende für Vodafone in Japan. Gerüchte, sein schlechter Gesundheitszustand sei der Grund für die Neubesetzung, bestritt Tsuda. Seine Ernennung hatte im vergangenen Jahr bei der Belegschaft Verwunderung hervorgerufen – war doch das Ziel des Mutterkonzerns in Großbritannien gewesen, die Japan-Tochter enger in den Konzern einzubinden.

Bis spätestens Frühjahr 2006 hat Vodafone versprochen, das wichtige Japan-Geschäft wieder auf die Beine zu stellen. Derzeit scheint die Lage jedoch schlimmer denn je: Im Januar verlor Vodafone, mit gut 15 Millionen Kunden der drittgrößte Anbieter in Japan, netto mehr als 58 000 Verträge. Die beiden Konkurrenten NTT Docomo und KDDI gewannen dagegen jeweils weit über 150 000 Kunden hinzu. Hauptgrund: Vodafone hat den Anschluss beim Mobilfunkstandard der dritten Generation verpasst. Die Kunden bevorzugen die Konkurrenz, die Daten-Flatrates für Handys und bessere Netze bietet.

Nicole Bastian
Nicole Bastian
Handelsblatt / Ressortleiterin Ausland
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