Willie Walsh
Ein unbeirrter Ire

Willie Walsh lässt sich nie von einem Ziel abbringen. Erst saniert er British Airways. Nun fädelt er die Fusion mit Iberia ein - im zweiten Anlauf.

LONDON. So richtig strahlen kann Willie Walsh wohl nicht, jedenfalls nicht im Job. Das Lächeln des BA-Chefs wirkt angestrengt, als er in Madrid seinem gelöst wirkenden Iberia-Kollegen Fernando Conte die Hand schüttelt.

In korrektem Nadelstreif hat sich Walsh, wie meistens ein paar Zentimeter kleiner als sein Gegenüber, vor den unvermeidlichen Flugzeugmodellen aufgebaut, um seinen womöglich größten Coup als Chef der stolzen British Airways (BA) anzukündigen. Die Fusion mit Iberia soll die Abhängigkeit der BA vom Drehkreuz London-Heathrow verringern und ihren Platz in der ersten Reihe der großen Fluggesellschaften sichern.

Der offizielle Start der Fusionsverhandlungen mit Iberia belegt, dass sich der oft so humorlos und angestrengt wirkende Ire nie von einem einmal angekündigten Ziel abbringen lässt. Auch am Dienstagnachmittag, als er in Madrid die Fusionspläne verkündet, gönnt er sich keine triumphalen Gesten. Viele Manager würden sich jetzt in globalen Visionen ergehen und großartige Freundschaften beschwören. Conte spricht von einem „sehr wichtigen Tag in der Geschichte der Luftfahrtindustrie“, Walsh nüchtern vom „nächsten logischen Schritt in unserer zehnjährigen Beziehung“.

Das Ergebnis zählt, so ist das für Walsh. Und er hat ein paar ansehnliche Ergebnisse geliefert, seit er im Oktober 2005 die Führung der britischen Traditionsfirma übernahm. Er setzte Kostensenkungen gegen den Widerstand der Gewerkschaften durch, stopfte das Loch in der Pensionskasse, trennte sich von der Regionalflugtochter BA Connect, warf das halbe Top-Management und ein Drittel der mittleren Führungsebene raus – für das eine Ziel: zehn Prozent operative Rendite, ein Spitzenwert für die von Prestigeprojekten und Pleitegeiern durchsetzte Luftfahrtbranche.

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