Win Bischoff
Britischer Banker mit Weitblick

Anpassungsfähigkeit, Weitblick und Geschäftssinn bescheinigen Mitstreiter dem neuen Citigroup-Chef Win Bischoff. All dies wird der weltweit angesehene Londoner Banker brauchen, um den angeschlagenen Finanzriesen wieder auf Kurs zu bringen. Seine bisherigen Erfolge weisen ihn als den richtigen Mann für diese Aufgabe aus.

BERLIN. Mit Sir Win Bischoff tritt – wenn auch nur für eine Übergangszeit – ein weltweit angesehener Londoner Banker an die Spitze der Citigroup. „In seiner Karriere hat er immer wieder bewiesen, wie man Anpassungsfähigkeit, Weitblick und Geschäftssinn auf einen Nenner bringen kann“, sagt ein früherer Topmanager der Citibank, der mit dem 66-jährigen Bischoff lange Jahre zusammenarbeitete.

Bischoff werde für seine neue Aufgabe „eine City-Perspektive an die Wall Street tragen, was nur nützlich sein kann“. Solches Lob kommt nicht von ungefähr. Tatsächlich gehört der langjährige Chef der von Citigroup übernommenen Londoner Bank Schroders plc zur kleinen Zahl von Spitzenbankern mit Top-Reputation.

Als Georg von Mallinckrodt im Jahre 1984 die Leitung von Schroders übernahm, hatte er schon seinen langjährigen Sparringpartner Bischoff an seiner Seite. „Beide sahen gut aus, waren weltgewandt, traten wie Diplomaten seiner Königlichen Majestät auf und ergänzten sich glänzend, wenn es um die Nutzung und Umsetzung von Geschäftsmöglichkeiten ging“, erinnert sich ein bekannter Chronist der City. „Mir kamen die beiden schon in den achtziger Jahren wie ein Zwillingspaar vor, das in der Bankenwelt noch mal groß raus kommen wird“.

Für den Deutschen von Mallinckrodt, der eine geborene Schroder heiratete, muss Win Bischoff in der Tat ein Glücksfall gewesen sein. Als von Mallinckrodt an seinem 65. Geburtstag stolz darauf hinwies, dass seit der Übernahme des Managements die an der Londoner Börse notierte Aktie von Schroders um nicht weniger als 6551% gestiegen sei, vergaß er nicht darauf hinzuweisen, dass dies nicht zuletzt auch den Managerqualitäten seines Partners Bischoff zu verdanken gewesen sei.

So war es selbstverständlich, dass Bischoff nach Mallinckrodts Rückzug aus der aktiven Geschäftstätigkeit im Jahre 1995 die Führung von Schroders übernahm. Auch als es dann um den Jahreswechsel zum neuen Jahrtausend um den Verkauf der Investmentsparte des Traditionshauses an die Citigroup ging, kam Bischoff die Schlüsselrolle zu. Er hat nicht nur den Reichtum des Schroder-Clans gemehrt, der fast die Hälfte des Aktienkapitals der an der Londoner Börse notierten Bankengruppe kontrollierte. Dass ihm die größte Bank der Welt nach der Zusammenlegung mit Salomon Smith Barney in den nachfolgenden Jahren im europäischen Citigroup-Management wichtige Aufgaben übertrug, kam für Insider in der City nicht überraschend.

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