Winfried Vahland: Skoda soll sein Sprungbrett werden

Winfried Vahland
Skoda soll sein Sprungbrett werden

Der frühere VW-Chef in China tritt heute als neuer Vorstandsvorsitzender der tschechischen Tochtergesellschaft an. Dort liegt einiges im Argen. Besonders unter der Aufwertung der tschechischen Krone hat die Marke zu leiden.
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WIEN/HAMBURG. Winfried Vahland ist zurück. Als der zielstrebige VW-Manager in den vergangenen Monaten zu ersten Terminen in Mladá Boleslav, der Zentrale des tschechischen Autobauers Skoda 50 Kilometer nördlich von Prag, vorbeischaute, traf er viele Bekannte: Bevor er vor fünf Jahren nach Peking aufgebrochen war, hatte der Deutsche schon Skodas Finanzen geführt. Nun ist der Mann, der den Wettbewerb so liebt, wieder da - als Vorstandschef.

Skoda, 1991 von VW übernommen, gilt nach Audi als Renditebringer unter den Marken des Autokonzerns. Als Markenchef wird Vahland noch kritischer beäugt werden von seinen VW-Kollegen in Europa. Denn der Manager gehört zu der Handvoll Kandidaten, die nach 2014 VW-Chef Martin Winterkorn beerben könnten. Schon während seiner Zeit in Peking hat sich Vahland den ersten Ritterschlag verdient. Als VW-Chef in China spielte er seine Autonomie in vollen Zügen aus und ließ aus bestehenden Komponenten auf Basis des alten Golf den Lavida zusammenbauen. In Wolfsburg nörgelten sie zwar an der Optik der Limousine herum, die Rendite des chinesischen Bestsellers stieß jedoch auf großes Wohlwollen. Allen war klar: Mut hat er, der VW-Mann in Peking. Derlei Durchsetzungsvermögen ist ganz nach dem Geschmack des Konzernpatriarchen, VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch.

Vahland weiß, was er kann: Er gilt als selbstbewusst, manche sagen auch überheblich. Dann zelebriert der in Peking zum Professor berufene Manager in Sitzungen unverblümt seine intellektuelle Größe, mäkeln Wolfsburger Rivalen. Sein Team schätzt dagegen den Chef. Manche der engen Vertrauten, mit denen er auf dem Dach der Pekinger VW-Zentrale Fußball gespielt hat, nimmt er mit nach Tschechien. Solche beruflichen Wechsel sind für den 53-jährigen Wirtschaftsingenieur eine Standardübung. Für VW ist er schon einmal um den Globus rotiert, vor seinem Wechsel zum VW-Konzern 1990 hatte der gebürtige Westfale seine Autokarriere bei Opel begonnen.

Doch Vahland weiß auch, dass er sich nicht auf seinen Erfolgen ausruhen kann, will er den Chefsessel in Wolfsburg erobern. In China hat er die angesichts des unerwarteten Autobooms dringend benötigten Fertigungskapazitäten aufgebaut, neue Modelle auf den Markt gebracht und die Kosten erheblich gedrückt. "In China konnte man bei dieser Nachfrage eigentlich nichts falsch machen", sagt ein prominenter VW-Manager süffisant.

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