Winterkorn setzt auf Erfahrung
VW-Haudegen wird Skoda-Chef

VW-Chef Martin Winterkorn kommt bei der Zusammenstellung seiner Mannschaft weiter voran. Neuer Skoda-Chef wird der bisherige Volkswagen-Produktionsvorstand Reinhard Jung, 56. Das teilte der Autobauer am Dienstag in Wolfsburg mit.

STUTTGART. Die Personalentscheidung ist wohl typisch für Winterkorn, der vor allem auf Manager setzt, die er aus der direkten Zusammenarbeit kennt oder die über langjährige Erfahrung im Konzern verfügen.

Jung kam nach einem Maschinenbaustudium 1974 zum Konzern. Er arbeitete als Projekt-Ingenieur, bevor er zum Leiter der Auslandsproduktion berufen wurde. Von 1996 bis 2001 leitete er das Werk Braunschweig, dann VW de Mexico, ehe er 2004 zum Vorstand der Marke Volkswagen für Produktion und Logistik berufen wurde. Zum 1. Oktober übernimmt er jetzt die Leitung der tschechischen Tochter von Detlef Wittig, der mit 65 Jahren die Altersgrenze erreicht hat. Wittig hat maßgeblichen Anteil am Erfolg der aufstrebenden tschechischen Marke und an deren starker Positionierung vor allem in Europa und Asien. Er soll deshalb weiter Beratungsaufgaben im Konzernvertrieb übernehmen.

Die Verantwortung für die Produktion bei der Marke Volkswagen übernimmt Jochem Heizmann, 55, der schon jetzt Produktionsvorstand für den Gesamtkonzern ist. Winterkorn hatte den ehemaligen Audi-Produktionschef bei seinem Wechsel an die Konzernspitze mit nach Wolfsburg genommen. Heizmanns Position wird durch diesen Schachzug aufgewertet. Winterkorn setzt in seinem Führungsstil auf kleine Teams mit viel Kompetenz und Machtfülle, ähnlich wie Porsche-Chef Wendelin Wiedeking, der für den VW-Großaktionär Porsche neben Oberaufseher Ferdinand Piëch im Aufsichtsrat des Konzerns sitzt.

Ende der vergangenen Woche hatte VW Stefan Jacoby zum neuen USA-Chef des Konzerns berufen und ihm damit eine der heikelsten Aufgaben im Konzern übertragen. Denn VW wird in den USA nicht als hochwertige Marke wahrgenommen. Selbst Audi liegt dort immer noch weit hinter BMW und Mercedes.

Was Winterkorn jetzt noch fehlt, ist ein Konzern-Vertriebsvorstand. Der Posten ist seit Monaten nicht besetzt. Dabei sucht der VW-Chef nicht einen obersten Verkäufer, sondern eher einen Koordinator und Controller. Die Verkaufsarbeit soll eigenständig von den einzelnen Marken geführt werden. Der künftige Vertriebschef soll vor allem darauf achten, dass sich die Konzernmarken nicht gegenseitig das Leben schwer machen. Nach Informationen aus Unternehmenskreisen soll er dabei die Vertriebskosten insgesamt im Auge behalten.

Martin-Werner Buchenau
Martin-W. Buchenau
Handelsblatt / Korrespondent
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