Wirtschaftskrise
Wie Chefs Kurzarbeiter motivieren können

Patenschaften, solidarischer Gehaltsverzicht im Vorstand und Weiterbildung - mit solchen Projekten versuchen Unternehmen, ihre Mitarbeiter trotz Kurzarbeit zu motivieren. Fairer Umgang ist in der Krise besonders wichtig, denn Mitarbeiter wirken als Multiplikatoren. Was Führungskräfte beachten müssen.
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DORMAGEN. Es stinkt, zischt und tropft. Immerhin 40 Jahre hat das weltgrößte Werk für synthetischen Kautschuk schon auf dem Buckel. Seit einigen Monaten herrscht hier bei Lanxess im rheinischen Dormagen ungewohnte, fast preußische Ordnung - der Kurzarbeit sei Dank. Pfeile und Warnschilder kleben überall im Labyrinth der Rohre. Besen und Werkzeuge hängen in Reih und Glied an den Wänden. Laufwege und Stellflächen sind mit gelber Farbe markiert.

In jedem Bereich prangt das Foto eines Paten, der für Sicherheit und Sauberkeit persönlich verantwortlich ist. Wer sein "Wohnzimmer" am ordentlichsten hält, wird "Pate des Monats". Am Jahresende winkt ein Flachbildfernseher als Preis. "Unter den 165 Paten ist ein sportlicher Wettbewerb entbrannt", erzählt Produktionsleiter Christian Mähner-Wolfarth.

Mit Patenprojekt Kurzarbeit sinnvoll nutzen

Rainier van Roessel, Vorstandsmitglied und Arbeitsdirektor von Lanxess, weiß das zu schätzen: "Unsere Kurzarbeiter hätten vielleicht auch im heimischen Garten zu tun gehabt, aber wir konnten sie motivieren, in den Betrieb zu kommen." Das Patenprojekt ist nur eine von vielen Initiativen, mit denen Lanxess den Leerlauf in der Kurzarbeit sinnvoll nutzen wollte. "Wir haben aus der Not eine Tugend gemacht", sagt Mähner-Wolfahrt.

Der Schock der Krisen traf den Spezialchemiehersteller nach einem Boomjahr. "Als quasi über Nacht die Aufträge wegbrachen, glaubten wir erst an einen Fehler im neuen SAP-System", erinnert sich Mähner-Wolfarth. Noch vor Weihnachten 2008 mussten in Dormagen zwölf Prozent der Leute, die Zeitarbeiter, gehen. "Wir wussten nicht, wie es weitergeht, hatten keine Perspektive", sagt der Produktionsleiter.

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