Wolf Bauer
Der Träumer

Ufa-Chef Wolf Bauer steigt jetzt in die Produktion von Kinofilmen ein – und knüpft so an die große Zeit des Berliner Studios an

DÜSSELDORF. St. Paul de Vence ist ein Ort zum Träumen. Der malerische Weiler im hügeligen Hinterland der Côte d'Azur ist das Hauptquartier des Ufa-Chefs Wolf Bauer bei den Film- und Fernsehmessen im nahe gelegenen Cannes. Im legendären Künstlerhotel La Colombe d'Or, in dem Filmstars wie Marlene Dietrich und Grace Kelly ihr Haupt betteten, residiert der Chef von Deutschlands größtem Film- und Fernsehproduzenten. Hier verfolgt Bauer selbst einen jahrzehntealten Traum: die Rückkehr der Ufa auf die große Kinoleinwand.

Seine Pläne sind ehrgeizig. In der ersten Staffel will er elf Kinofilme produzieren. Der Bonvivant mit der Silbermähne geht auf Nummer sicher. Er hat die besten von 80 Drehbüchern ausgewählt und setzt auf die Verfilmung von Bestsellern wie dem „Medicus“ des US-Autors Noah Gordon und Sabine Kueglers Kindheitserinnerungen als „Dschungelkind“.

Das Kinogeschäft ist hoch riskant. Denn die Produktion von Filmen für die große Leinwand ist teuer. Die meisten Filme kosten zwischen vier und 15 Millionen Euro. Das reicht nicht immer. „Wir gehen bei dem ,Medicus' von einem Budget von über 25 Millionen Euro aus“, sagt der gebürtige Stuttgarter. Die Unberechenbarkeit des Geschäfts hält gerade in Zeiten des knappen Geldes viele Investoren ab. In Deutschland gibt es neben der Constantin Film („Baader-Meinhof-Komplex“) keine größeren Kinoproduzenten mehr. „Die deutsche Produktionswirtschaft ist extrem kleinteilig“, resümiert Bauer.

Seite 1:

Der Träumer

Seite 2:

Seite 3:

Seite 4:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%