Wolfgang Eder
Voestalpine-Chef gibt Führung von Stahlsparte ab

Voestalpine-Chef Wolfgang Eder wird künftig nicht mehr das Stahlgeschäft des Konzerns leiten. Stattdessen wolle er sich um die strategische Weiterentwicklung von Voestalpine kümmern, teilte der Konzern mit.
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WienVoestalpine-Chef Wolfgang Eder gibt die Leitung der Stahlsparte ab. Der Bereich, der ein Drittel des Konzernumsatzes erwirtschaftet, werde ab Oktober vom bisherigen Chef der Sparte Metal Forming, Herbert Eibensteiner, geleitet, teilte das Unternehmen am Dienstag mit. Dessen Aufgaben übernehme künftig Entwicklungschef Peter Schwab, der neu in das nunmehr sechsköpfige Führungsgremium aufrücke.

Der 62-jährige Eder legt die operative Führung der Sparten damit in jüngere Hände. Eibensteiner und Schwab sind 50 und 49 Jahre alt. "Sollte er in fünf Jahren zurücktreten, gibt es genug Leute, die die Strategie weiterverfolgen können", sagte Analyst Christian Obst von der Baader Bank. Die Verträge aller Vorstandsmitglieder laufen bis Ende März 2019.

Voestalpine erklärte, Eder werde sich künftig verstärkt der strategischen Weiterentwicklung des Konzerns widmen. "Mit dieser Änderung im Vorstand und der Geschäftsverteilung wird dem Wachstum des voestalpine Konzerns der letzten Jahre Rechnung getragen", hieß es in der Mitteilung. An der Börse verlor die Voestalpine-Aktie jedoch etwas an Wert.

Eder hat das Stahlgeschäft des Konzerns während der vergangenen 15 Jahre geleitet. Unter seiner Führung hat sich die Voestalpine zunehmend zu einem Spezialanbieter entwickelt, der Stahl nicht mehr nur als Massenware, sondern weiterverarbeitet zu Autokarosserieteilen, Pipelinerohren oder Schienen verkauft. Darüber hinaus war Eder zuletzt fast fünf Jahre lang Präsident des europäischen Stahlverbandes Eurofer. Ab Herbst wird er die Funktion des Präsidenten des Weltstahlverbandes übernehmen.

Auf den neuen Chef des Stahlgeschäfts kommen große Herausforderungen zu: Dort machen den europäischen Anbietern seit Jahren hohe Überkapazitäten und die zunehmende Konkurrenz aus Billiglohnländern zu schaffen. Voestalpine hatte daher im März bereits ein 900 Millionen Euro schweres Sparprogramm angekündigt, mit dem der Konzern vor allem in der Stahlsparte die Kosten senken will. Details sind noch nicht bekannt. Auf einen Stellenabbau will der Konzern jedoch verzichten.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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