Wolfgang Otto
Man gönnt sich ja sonst nichts

Wolfgang Otto und seine zwei Brüder haben eine Marktlücke entdeckt:Sie verkaufen Spitzenfleisch zu Spitzenpreisen. Zu ihren Kunden gehören Sterne-Köche und immer mehr Privatleute, die sich zu besonderen Anlässen das Wagyu-Fleisch aus den USA leisten.

HEINSBERG. Wenn Wolfgang Otto in sein Essener Stammlokal geht, bringt er sein Fleisch immer selbst mit. Denn Otto ist Fleischhändler und nicht irgendeiner. Otto ist der teuerste in Deutschland. Für ein Steak kann man bei ihm locker 40 Euro ausgeben, ein Filet kostet 600 bis 700 Euro.

Wagyu heißt das Zauberwort. Die schwarzen Rinder stammen ursprünglich aus Kobe in Japan. Dort führen die Tiere ein Leben wie auf einer Wellness-Farm inklusive Massagen und ab und zu einem kräftigen Schluck Bier oder Sake. Da die Japaner das Fleisch aber nicht exportieren, werden die Rinder heute vor allem in den USA nachgezüchtet. Die Amerikaner setzen allein auf die Rasse und ausgefeilte Fütterungsprogramme. Kosten spielen keine Rolle.

„Wir verhandeln nicht mit unseren Züchtern über die Preise“, sagt Otto – und stellt alle betriebswirtschaftlichen Regeln von Einkäufern auf den Kopf. „Wenn wir von einem Fleisch überzeugt sind, lassen wir es hier von Experten testen, und wenn diese Spitzenköche bereit sind, den vom Züchter verlangten Preis plus unseren Margen zu zahlen, sind wir im Geschäft.“

Wolfgang Otto wirkt beim Interview in Jeans und Holzfällerhemd nicht wie ein Luxushändler. Doch mit den Exklusivrechten für Deutschland für das Wagyu-Fleisch von Dan Morgan aus Nebraska besitzt er einen Schatz, der bei Spitzenköchen und Gourmets begehrt ist. Gut drei Jahre nach Firmengründung hat Otto-Gourmet heute rund 3 500 Privatkunden, „und jeden Tag kommt wenigstens ein neuer hinzu“, sagt Otto.

„Das Fleisch von der Morgan-Ranch ist wirklich hervorragend – wenn auch nicht ganz preiswert“, bestätigt kein geringer als Harald Wohlfahrt, Chefkoch der Traube Tonbach.

Angefangen haben Wolfgang Otto und seine Brüder Michael und Stephan im November 2004, als gerade „Geiz ist geil“-Parolen aus allen Kanälen schallten. Der erste Kühlraum war in der Garage der Eltern. Dort lagerte die erste Lieferung im Wert von 20 000 Euro – „und wir hatten keine Ahnung, ob und an wen wir das auch loswerden“.

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