Wolfgang Pföhler wird Vorstandsvorsitzender
Rhön-Klinikum bekommt neuen Chef

Die Krankenhausgruppe Rhön Klinikum bekommt bald einen neuen Chef. Wie das im MDax notierte Unternehmen heute mitteilte, wird der Klinik-Manager Wolfgang Pföhler am 1. Mai neuer Vorstandschef. Der 51-jährige ist bislang Geschäftführer des Universitätsklinikums Mannheim und Vorsitzender der Deutschen Krankenhausgesellschaft.

HB FRANKFURT. Nach der Hauptversammlung im Juli soll Pföhler endgültig die Geschäfte von Unternehmensgründer und amtierendem Vorstandschef Eugen Münch übernehmen. Über die Frage, wer einmal Münchs Nachfolge antreten soll, wurde in der Branche lange gerätselt. Nachdem der für sein Ideenreichtum und seinen patriarchalischen Führungsstil bekannte Manager im vergangenen Frühjahr sein Mandat noch einmal verlängerte, sah es beinahe so aus, als ob er einfach nicht loslassen könnte. Zwar beförderte der Jurist und Betriebswirt sechs Klinik-Manager aus den eigenen Reihen in das Führungsgremium, doch es wollte sich nie so recht herauskristallisieren, wer den Chef einmal beerben würde.

Der externe Kandidat bringt nicht nur Erfahrungen aus dem Krankenhaussektor mit, sondern ist auch politisch gut verdrahtet. Seine Laufbahn begann er nach Unternehmensangaben 1978 als Geschäftsführer der CDU-Gemeinderatsfraktion in Mannheim. Nach einem Abstecher als Projektmanager in der Bauwirtschaft kehrte er 1981 als Bürgermeister für Jugend, Soziales und Gesundheit in die Mannheimer Politik zurück. Noch in dieser Funktion wird ihm der Vorsitz des Gesundheitsausschusses des Deutschen Städtetages angetragen, den er bis heute inne hat.

Bei den privaten Krankenhausträgern sorgte der Alleingeschäftsführer des Uniklinikums Mannheim Anfang des Jahres mit einer Studie über die finanzielle Schieflage des Klinikums Stuttgart für Unruhe. Pföhler war darin zum Schluss gekommen, dass sich das Defizit der von der privaten Klinik-Gruppe Sana gemanagte Haus in den kommenden Jahren auf über 200 Mill. Euro summieren werde. Die Folge war ein lokalpolitischer Skandal, der den Münchener Rhön-Konkurrenten schließlich den imageträchtigen Management-Vertrag kostete.

Münch, der im kommenden Februar seinen 60. Geburtstag feiert, wird das Heft aber sicher nicht völlig aus der Hand geben. Der Großaktionär mit Sperrminorität will auf der Hauptversammlung für das Amt des Aufsichtsratsvorsitzenden kandidieren. In dieser Funktion betrachte er es als seine besondere Aufgabe, die Zielsetzung des Unternehmens auf die Interessen der Anteilseigner auszurichten. Gemeinsam mit dem stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden Gerald Meder, der seine Position behalten soll, werden Münch und Pföhler künftig eine Dreierspitze bilden, heißt es in der Mitteilung des Unternehmens.

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