Wolfhard Bender
Zumwinkels Wegbereiter

Der ehemalige Bundespost-Vorstand und langjährige Verbandsfunktionär Wolfhard Bender führt den neuen Arbeitgeberverband Postdienste. Er gilt als intimer Kenner der Postpolitik und als Vertrauter von Deutsche-Post-Chef Klaus Zumwinkel.

DÜSSELDORF. Wenn er entspannen möchte, geht er aufs Wasser. Segeln zählt zu den Hobbys von Wolfhard Bender. Doch die eigentliche Passion des 60-Jährigen gilt vor allem einem: der Post. Der ehemalige Bundespost-Vorstand und langjährige Verbandsfunktionär gilt als intimer Kenner der Postpolitik und als Vertrauter von Deutsche-Post-Chef Klaus Zumwinkel.

Nun hat Bender einen neuen Job: Der gelernte Jurist und ehemalige Richter führt seit Dienstag den Arbeitgeberverband Postdienste in Bonn, der auf Initiative der Deutschen Post gegründet wurde. „Mit dem Verband hat die Post einen Coup gelandet“, sagt Logistikexperte Horst Manner-Romberg. Denn bislang gab es keinen Arbeitgeberverband in der Postbranche. Doch der ist nötig, um mit der Gewerkschaft Verdi zum Beispiel über die sich abzeichnende Einführung von Mindestlöhnen in der Briefbranche zu verhandeln.

Aber mit Bender an der Spitze gerät der Verband in den Verdacht, verlängerter Arm der Interessen der Deutschen Post zu sein – schlecht für die privaten Mitbewerber. Außerdem bleibt Bender Chef des Post-Interessenverbandes BvDP, der von der Post getragen wird und in dessen Räumen der neue Verband residiert.

Schon einmal wurde Bender vorgeschickt, als im Jahr 2003 der Chefposten der heutigen Bundesnetzagentur neu besetzt werden sollte. Doch daraus wurde nichts. Der Widerstand gegen Zumwinkels Mann war zu groß.

Die Bedenken gegen Benders neuen Job: Von der Einführung eines Mindestlohns im deutschen Postsektor würde die Deutsche Post profitieren, meinen die Analysten des Bankhauses Merck Finck. Die von den Wettbewerbern gezahlten Löhne, die zum Teil bis 40 Prozent unterhalb jener der Post lägen, würden sich so dem Niveau des Ex-Monopolisten annähern. Damit schmilzt der Wettbewerbsvorteil der Postkonkurrenten nach der Formel „niedrigere Preise durch niedrigere Lohnkosten“.

Dagegen spricht aber, dass auch die Post von ihren hohen Löhnen herunterkommen will. Investoren und Analysten drängen den Konzern seit längerem, die Profitabilität zu erhöhen und die Kosten zu senken. Ein Mindestlohn deutlich unter den Post-Tarifen dürfte der Post bei den im Frühjahr 2008 anstehenden Tarifverhandlungen daher vermutlich nutzen. Zumal ohnehin für Neueinsteiger bei der Post heute schon deutlich niedrigere Tarife gelten als für Altgediente.

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