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Die Entmystifizierung des Workaholics

Work-Life-Balance
Die Entmystifizierung des Workaholics

In Deutschland scheint eine Trendwende begonnen zu haben: Die Deutschen arbeiten weniger und faulenzen mehr - und geben das auch noch zu. Die Feierabend-Industrie boomt.
  • 15

DüsseldorfMan findet sie im Zug, zum Beispiel im ICE um 19.06 Uhr von Hamburg nach Berlin: die Feierabendmacher. Pendler, die Telefone, Tablets und Computer schon ausschalten, bevor das Netz kurz hinter Bergedorf zusammenbricht. Sie klappen die Lehne zurück, setzen die großen Kopfhörer auf und schließen die Augen. Sie holen sich eine Flasche Rotwein aus dem Bordrestaurant. Sie kennen sich nicht, aber sie plaudern über die politische Lage oder darüber, was gerade im Kino läuft – bloß nicht über die Arbeit. In Berlin trennt man sich ohne Aufhebens wieder voneinander. Es geht nicht um langfristige Bekanntschaften. Es geht um den Feierabend-Moment.

Feierabend ist ein urdeutsches Wort, es gehört zum Gefühlshaushalt der Nation wie Pietismus und Gemütlichkeit. Was dazu zählt und was nicht, wechselt ständig – und es sagt viel über die Deutschen, ihr Verhältnis zur Arbeit und ihr Verhältnis zu sich selbst. Derzeit findet ein überraschender Wandel statt: die Deökonomisierung des Feierabends. Das ist zunächst nicht offensichtlich, denn wie misst man, was sich nicht messen lässt, wie misst man das Nichts, die Abwesenheit von etwas?

Mit Beginn des Industriezeitalters entstand die Sehnsucht nach einem Gegenbild zur Arbeitswelt. Städter gründeten Wander- und Alpenvereine oder wenigstens eine Kleingartenkolonie. Millionen zogen an den Stadtrand, um Arbeit und Freizeit räumlich möglichst weit voneinander zu entfernen. Bis die Idee aufkam, Arbeit und Freizeit müsse man nicht trennen, könne es auch nicht mehr. Doch wie es aussieht, verliert diese Idee schon wieder an Strahlkraft, in der Geschichte der Industrialisierung wäre sie nur ein Wimpernschlag. Denn eine wachsende Zahl von Menschen schottet sich nach der Arbeit von der Arbeit ab, strebt ins Freie.

Kommentare zu "Die Entmystifizierung des Workaholics"

Alle Kommentare
  • Workaholics, Doppelmoralisten, Pseudogutmenschen sind OUT...und das ist gut so!

    IN ist, das Leben zu genießen, den wir besitzen nur EINES

    _________________

    Das Leben ist kurz,
    weniger wegen der kurzen Zeit,
    die es dauert,
    sondern weil uns von dieser kurzen Zeit fast keine
    übrig bleibt, es zu geniessen.

    Jean-Jacques Rousseau, 1712-1778

  • Mehr gibt es dazu nicht zu sagen!

  • Halt mal, halt mal!
    Wer soll denn das viele Geld für die Rettung der Südländer und den anderen EU-Murks erarbeiten . Das ist doch alternativlos!
    Wir können uns doch nicht auch noch einfach auf die faule Haut legen.
    Nein, Leute, so geht das nicht!

  • "Workaholics, Doppelmoralisten, Pseudogutmenschen sind OUT...und das ist gut so! IN ist, das Leben zu genießen, den wir besitzen nur EINES"

    So fangen viele futuristische pre-apokalyptische Filme an.

  • Frei nach Helmut Kohls FREIZEITPARK DEUTSCHLAND. Wer es glaubt wir selig. Ein weiterer Blödsinn im Wahljahr, der Zeitarbeit als Segnung im Sinne der Regierung und ihrer menschen verachtenden Arbeitsmarktpolitik heilig sprechen will. Und bald soll ja ganz Europa am Deutschen neoliberalen Wesen genesen......

  • Darum hat Rousseau seine Kinder auch in's Waisenhaus geschickt und sie dort erziehen lassen. Dann hatte er mehr Zeit...weil Doppelmoralisten out sind.......

  • Leistung muß sich lohnen. Bei diesen steigenden Abgaben, Steuern muß man sich fragen, ob es nicht besser ist, kürzer zutreten, mehr Lebensqualität zu erreichen und gesund zu bleiben. Letztendlich ist weniger, dann doch mehr.

  • Es findet ein grundlegender Wandel und ein Umdenken in der Geselschaft statt und das ist gut so!

    - mehr Effizienz statt Präsenz am Arbeitsplatz, damit mehr "quality time" für Familie & Freunde; Dinge , die einen glücklich machen.
    - Doppelmoralisten sind out: Stopp den "Wein trinkenden und Wasser predigenden"

    - Pseudogutmenschen: Stopp den " nach Außen Hui ,innen Pfui

    Nach all' den Erkenntnissen & Informationen aus der Finanz-Wirtschafts-und Arbeitswelt der vergangenen Jahre wäre es an der Zeit neue Wege zu gehen!



    ...den unsere Zeit ist nicht unendlich, es liegt an uns sie und uns glücklich & zufrioeden zu gestalten!

  • Auch das ist multikulti, d. h. man trifft sich auf dem niedrigsten gemeinsamen Nenner:
    dolce far niente: wie in Italien und anderen Freizeitkulturen
    es gibt doch andere, die Leistung erbringen

    Bildungsniveau wie in Amerika: unterscheidet sich in den Schulen, Universitäten, Forschungseinrichtungen kaum noch;
    es gibt doch andere, die Leistung erbringen

    Schwerkriminalität: unterschedidet sich von Maffia Milieu kaum noch
    es gibt doch andere, die Leistung erbringen

    Straßenkriminalität: Unterscheidet sich in Berlin und anderen Großstädten kaum noch Neapel, Paris Nord, Marseille ...
    es gibt doch andere, die Leistung erbringen

    Diebstahl geistigen Eigentums: unterscheidet sich von China kaum noch; u.a. softwareklau. Wird inzwischen von der Piratenpartei als legal (was ist das?) gefordert;
    es gibt doch andere, die Leistung erbringen

    Die Grünen wollten schon vor vielen Jahren die Grenzen nach z.b. China vollständige öffnen. Frage ist dann nur, ob solche Leistungsträger wie Trittin, Roth und Ötzimir und ihre Spießgesellen von den Chinesen verstanden werden, wenn sie von ihrer Rente, Besitzstandswahrung und Schuldenerlass schwafeln.



  • Psychostress am Arbeitsplatz wird durch das zunehmende Leistungsprinzip verursacht oder wenn Sie fachlich wollen, übertrieben LEAD-Strategien, die gleichzeitig Kosten- und Arbeitskräfteeinsparungen rechtfertigen. Nun die LEAD-Strategie unseres Unternehmens heißt: Leistung aus Leidenschaft, wobei 42 Stunden plus... pro Woche gearbeitet wird! Überstunden sind Regel! Viele pendeln bis zu 2 Stunden nur hin. Nebenwirkung: die Belegschaft meldet sich zu oft und zu gerne krank! Wem sollte solche Leistung dienen?

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