Xiaomi-Gründer Lei Jun
Der Traum des chinesischen Steve Jobs

Apple-Gründer Jobs ist das Vorbild von Lei Jun. Doch jetzt lernt der Gründer des chinesischen Smartphone-Herstellers Xiaomi langsam, zu sich selbst zu stehen. Seine großspurigen Ankündigungen sind ernst zu nehmen.
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PekingSeine Ankündigungen klingen immer etwas größenwahnsinnig, doch sie haben durchaus Methode – schließlich lösen sie meist ein riesiges Medienecho aus. Der chinesische Entrepreneur Lei Jun gibt sich indessen locker und cool, ganz so wie sein größtes Vorbild Steve Jobs es gemacht hätte.
Das gilt auch für seinen Vorsatz fürs neue Jahr 2014: „Wir wollen den Absatz diesmal glatt verdoppeln“, sagte der Chef des Handyherstellers Xiaomi am Tag nach Neujahr. Bei 40 Millionen verkauften Mobiltelefonen würde der Marktneuling sogar den Elektro-Giganten Samsung angreifen, der bisher Chinas Handyläden dominiert.

Die Ankündigung ist aber nicht aus der Luft gegriffen, sondern völlig ernst zu nehmen. Im abgelaufenen Jahr hat Xiaomi seinen Umsatz um 150 Prozent auf 3,5 Milliarden Euro gesteigert und damit die eigenen Prognosen weit hinter sich gelassen. Leis Traum: Das Unternehmen soll einmal so groß und wichtig werden wie Apple. Den Rivalen Samsung will er dabei nebenbei ebenfalls in den Schatten stellen.

Auch wenn der Abstand noch groß ist, so geben Lei seine bisherigen Erfolge Recht. Im Herbstquartal hat das Unternehmen mit den Hasen-Logo in China sogar bereits Geräte abgesetzt als Apple. Das ist auch global gesehen durchaus wichtig, denn das Reich der Mitte ist der größte Handymarkt der Welt. Verblüffend daran: Lei hat die ersten Handys der Marke Xiaomi erst 2012 auf den Markt gebracht. Den Milliardenumsatz hat Lei mit dem Startup praktisch aus dem Stand geschafft.

Vermutlich hat es ihm dabei geholfen, dass er eine klare Richtung hatte. Leis Kompass ist Steve Jobs. Als junger Student hat Lei schon 1987 eine Biographie des inzwischen verstorbenen Apple-Gründers gelesen. Das war sogar noch, bevor Jobs mit iPhone und iPad seine größten Erfolge gefeiert hat. Lei war schon damals ein Träumer. „Auch später hatte er noch eine Neigung zu Gelehrsamkeit und Theorien“, sagt Liu Xiaohui, der bei seinen ersten Karriereschritten bei dem Softwareanbieter Kingsoft mit Lei zusammengearbeitet hat. Doch Lei ist zugleich einer, der seine Träume der Realität aufzwingen kann.

Auch heute noch hat Lei einen Tunnelblick auf die Realität – was ihm aber durchaus zu nützen scheint. Zu den Zielen des 44-jährigen gehört es erklärtermaßen, einmal ein Marken-Image aufzubauen wie Apple. „Es mag verrückt klingen, aber warum sollte ich nicht hoch zielen?“, fragte er. Damit hat er die Messlatte so hoch gehängt, wie sie in der Wirtschaftswelt nur hängen kann. Apple ist immer noch hundertmal größer als Xiaomi. Das US-Unternehmen macht 170 Milliarden Dollar Umsatz.

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Bis 2016 will er pro Modell 100 Millionen Stück absetzen

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