Xing-Diskussion
Überleben im Großraumbüro

Statt ruhiger Einzelzimmer 20 Leute in einem Raum: Sehr viele Berufstätige lehnen die Arbeit in einem Großraumbüro ab. Zu viel Lärm, zu viel Ablenkung oder eine zu große Gefahr sich mit irgendwelchen Krankheiten anzustecken sind dabei die Argumente, wie eine Diskussion unter Xing-Mitgliedern belegt.

Man muss sich arrangieren

Bei Arbeit, für die man sich nicht großartig konzentrieren muss, ist ein Großraumbüro durchaus angenehm, da man sich auch mit seinen Kollegen unterhalten kann und die Arbeit nicht ganz so langweilig scheint. Muss man aber am Computer sitzen und viel lesen, sich konzentrieren oder gar häufiger mit Kunden telefonieren, kann der Lärm im Hintergrund sehr störend sein. Wenn dann noch mehrere Hochleistungsscanner die ganze Zeit brummen und die dort arbeitenden Kollegen ihre Gesprächslautstärke anpassen, damit sie sich noch unterhalten können, wird es schon ein wenig unangenehm - auch für die Leute, die ein paar Tische weiter sitzen und jedes Wort der anderen Kollegen mit anhören müssen.

Es gibt bei Großraumbüros allerdings noch andere Aspekte: Der eine mag es lieber kuschelig warm, der andere braucht ständig frische Luft und mag es lieber kühl. Der Dritte macht das Licht an der Decke an, mit dem der Vierte nicht arbeiten kann, der Fünfte braucht das Licht von draußen, den Sechsten blendet die Sonne auf dem Monitor. Sicher kann man sich mit seinen Kollegen arrangieren, aber man muss in einem Großraumbüro eben auch mal klein beigeben können. Es geht nicht, dass man die Situation immer zu seinem eigenen Vorteil ändert.

Christine Weber



Lieber in der Einzelzelle.

Das Großraumbüro kann auch viele Vorteile bieten, wie zum Beispiel, dass man sich mit seinem Team direkt in Verbindung setzen kann, weil man nur ein paar Schreibtische auseinander sitzt. Aber ganz ehrlich, ich würde auch ein Einzelbüro begrüßen. Da man sich dort ohne Angst vor Grippeviren und sonstigen Erregern auf seine Arbeit konzentrieren kann und niemanden durch seine individuelle Arbeitsweise stört.

Ines Hauser



Es geht einen Schritt weiter

Die Zeiten eines heimeligen Büro-Arbeitsplatzes, den man sich mit persönlichen Fotos, Sinnsprüchen, Urlaubspostkarten und kleineren Andenken erträglich macht, dürften bald zu Ende sein. Zumindest in Unternehmen, die ihre Bürokosten minimieren wollen. Auch Arbeitsplätze, die die Mitarbeiter dazu nutzen, mit der Anhäufung von Vorgängen ihren Arbeitsstress zu demonstrieren, könnten in den Büro-Etagen bald passé sein. Ganz zu schweigen von den Schreibtischen, auf denen sich nur der Platzinhaber noch einigermaßen in den Papierhaufen rechts und links des Bildschirms zurechtfindet. Das Gegenbeispiel sind Schreibtische, bei denen die schöne Ordnung und die abgeschlossenen Schubladen sowie der untergeschobene Stuhl häufig die Abwesenheit des Platzinhabers anzeigen. Schließlich sind auch die Schreibtische im Visier derer, die nach Einsparmöglichkeiten fahnden.

Arbeitsplätze sind teuer und die Büromieten hoch. Also versuchen die Unternehmen, die Effektivität der Arbeit im Büro besser, das heißt, so kostensparend wie möglich, zu organisieren. Dazu gehört auch, den Leerstand von Arbeitsplätzen zu vermeiden. Letzteres wird schon länger dadurch angestrebt, dass zwei oder mehr Mitarbeiter, die einen Teil ihrer Arbeit außerhalb des Büros leisten oder nur stundenweise arbeiten, sich einen Arbeitsplatz teilen. Dazu müssen sie sich untereinander abstimmen. Jetzt gehen die Planer von Büroarbeitsplätzen einen Schritt weiter. Sie differenzieren je nach Arbeitssituation und Arbeitsanforderung in verschiedene Arbeitsbereiche: konzentriertes Arbeiten, kreatives Arbeiten, Projektarbeit, Teamarbeit und andere. Entsprechend ist die Gestaltung und die technische Ausrüstung der Büroräume.

Die Mitarbeiter buchen über eine Belegungssoftware den für ihre jeweilige Arbeit notwendigen Arbeitsplatz. Das kann ein Einzelbüro sein, ein Platz im Großraumbüro oder ein Gruppenraum. Mit einer anderen Methode werden Mitarbeiter geradezu gezwungen, sich ausschließlich auf ihre Arbeit zu konzentrieren und nicht arbeitsfremden Vorstellungen und Gefühlen nachzuhängen: Der Arbeitsplatz ist vor dem Start in den Feierabend leer zu räumen. Der Reinigungsdienst hat die strikte Anweisung, alles zu entsorgen, was nicht weggeräumt ist. Disziplinlosigkeit wird nicht geduldet. Wer sich nicht selbst organisieren kann, den zwingt die Büroordnung dazu.

Paul Halbe



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