Yahoo verbietet Heimarbeit
„Die besten Erkenntnisse entstehen im Flur“

Die Entscheidung von Yahoo-Chefin Mayer, Mitarbeitern nicht mehr das Arbeiten von zu Hause zu gestatten, hat das Silicon Valley in Aufruhr versetzt. Der Finanzvorstand verteidigt den Führungsstil – wenn auch indirekt.
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DüsseldorfEs war ein Treffen vor Analysten, zu dem Yahoo-Finanzvorstand Ken Goldman am Mittwoch nach San Francisco reiste. Die Investoren interessierten sich vor allem für die Geschäftsentwicklung, doch es habe auch ein anderes Thema in der Luft gehangen, berichtet die Los Angeles Times: das Verbot der Heimarbeit, das Yahoo-Chefin Marissa Mayer jüngst verhängt hatte. Explizit ging Goldman zwar nicht darauf ein. Doch er lobte den Führungsstil Mayers, die im Herbst vergangenen Jahres vom Konkurrenten Google zu Yahoo gewechselt war.

„Leute wollen bei Yahoo arbeiten“, sagte Goldman. Diesen Wandel in der öffentlichen Wahrnehmung habe Mayer erreicht. Unter anderem hatte sie mit der Entscheidung, jeden Mitarbeiter mit einem iPhone auszustatten, für Aufsehen gesorgt. Auch schaffte sie es, die Aufmerksamkeit der Technologie-Branche auf das Unternehmen zu lenken, das einst zu den Ikonen der Branche gehörte, doch mit den Jahren Staub ansetzte und ins Hintertreffen gegenüber Google und Facebook geriet.

Doch das Anfang der Woche bekannt gewordene Memo der Yahoo-Führungsetage droht an diesem Image zu rütteln, das Goldman aufrecht zu halten versuchte. Denn in deutlichen Worten hatte die 37-Jährige ankündigen lassen: Wer weiter einen Heimarbeitsplatz wolle, sei bei Yahoo nicht richtig aufgehoben. Mayer will die Kreativität im Büro fördern, die durch die Distanz zwischen vielen Beschäftigten entstanden sei. „Geschwindigkeit und Qualität leiden oftmals, wenn wir von Zuhause aus arbeiten“, begründete die Chefetage die neue Richtlinie. „Einige der besten Entscheidungen und Erkenntnisse erwachsen aus Gesprächen auf dem Flur oder in der Cafeteria“.

Die Reaktionen auf den Beschluss waren gewaltig. Selbst der britische Milliardär Richard Branson kritisierte in einem Blog-Eintrag die Abkehr von der Telearbeit. Doch noch vor der Aufregung um Yahoo hatte Google-Finanzvorstand Patrick Pichette bei einem Besuch in Australien die Telearbeit schlecht geredet. „Im Büro zu arbeiten ist wirklich wichtig“, sagte er. Denn zu Hause zu arbeiten berge die Gefahr der Isolation von Kollegen, so Pichette.

Yahoo hatte am Dienstag auf die riesige öffentliche Aufmerksamkeit reagiert und in einem Statement mitgeteilt, dass man nicht generell den Effekt von Heimarbeitsplätzen in Abrede stellen wolle. Die Entscheidung sei getroffen worden, weil sie „im Moment richtig ist für Yahoo.“

Personalberater kritisierten die Entscheidung. „Mayer hat einen riesigen Sprung rückwärts gemacht“, urteilt Jody Thomspson von der US-Beratungsfirma CultureRx. Anstatt Talente zu binden, berge der Beschluss die Gefahr, dass Mitarbeiter zum bloßen Zeitabstempeln ins Büro kämen. Brad Harrington vom Boston College Center for Work & Family sagt, dass der geringere Stress bei der Arbeit von zu Hause die Produktivität erhöhe.

Mit Material von Bloomberg.

Martin Dowideit, Leiter Digitales, Handelsblatt.
Martin Dowideit
Handelsblatt / Leiter Digitales

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  • Möchte auch mal gerne so einen Luxus haben,Büro,daneben,eine Kinderstube mit Sitting,meine Firma wäre hellaufbegeistert.Leute stellen Ansprüche,echt,soll mal Ihr Balg zuhause hüten.

  • Kann man so oder so sehen und hängt sicher von der Arbeit und den Leuten ab. Meine Mitarbeiter können arbeiten wo sie wollen und wann sie wollen. Wir besprechen Projekte und wann diese fertig sein sollen und dann ist mir egal, wie lange und wo gearbeitet wird. Hauptsache das Projekt wird fertig. Falls der Termin nicht zu halten ist, erwarte ich rechtzeitige Meldung, damit man agieren kann. Klappt hervorragend. Ich bezahle nicht nach Stunden anwesend, sondern nach Leistung. Geht allerdings weniger bei Bürosachen aber super bei Entwicklung von Software

  • Stimme ich vollkommenzu.

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