Yves Gijrath
Der Anwalt des Luxus

Yves Gijrath holt die Millionärsmesse nach München – und sorgt sich um Europas Zukunft.

MÜNCHEN. Es ist schon ein Kreuz in diesen Tagen. Die Aktienkurse krachen, und der Himmel öffnet die Schleusen. Doch Yves Gijrath stört das wenig: Gut gelaunt und noch besser gebräunt legt er den Börsenteil zur Seite und wendet sich wieder seinem Feigensalätchen zu. Er ist sich sicher: Sein Geschäft hat weiter Konjunktur.

Der 41-jährige Niederländer hat etwas erfunden, was die Welt eigentlich nicht braucht: die Millionärsmesse. Seit Jahren tourt Gijrath mit seiner skurrilen Verkaufsshow um den Globus, auf der edle Uhren, schnelle Autos, aber auch goldene Toilettenschüsseln feilgeboten werden. Heute startet die Show endlich in Deutschland – natürlich nicht irgendwo. „München ist eine Bastion des Luxus“, adelt Gijrath seine Gastgeber.

Nicht alle fühlen sich so geehrt: „Euer Reich-Tun kotzt uns an“, skandieren die Mitglieder des Münchener Sozialforums und stellen die Systemfrage. Ein symbolischer Sklavenmarkt soll die Besucher auf dem Münchener Messegelände am Wochenende empfangen. „Luxus für einige, Not für viele“ lautet die Kritik.

„Ich nehme das nicht persönlich, ich bin nicht der Anwalt der Reichen“, sagt Gijrath. Er habe durchaus Verständnis für Frust in der Gesellschaft, seine Millionärsmesse sei halt eine prima Bühne für Protest. Aus seiner calvinistisch geprägten Heimat ist er Kritik gewohnt. Demonstrativ zur Schau gestellter Reichtum gehört zu den Kardinalsünden in Holland.

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