Zahlreiche Neuerungen
Steueränderungen zum Jahreswechsel bergen Tücken

Die Mehrwertsteuererhöhung zum 1. Januar 2007 verlangt den Unternehmen einiges an Aufmerksamkeit ab. "Viele glauben, dass es reicht, eine Rechnung noch auf ein Datum in diesem Jahr zu datieren, um den Kunden den niedrigeren Satz anbieten zu können", sagt Matthias Lefarth, Steuerabteilungsleiter beim Handwerksverband ZDH. "Das aber ist falsch." Allein der Zeitpunkt der Lieferung sei entscheidend.

BERLIN. Wird eine Ware noch vor dem Jahreswechsel abgeschickt, gilt der Satz von 16 Prozent. Bei Handwerksleistungen gilt jeweils der Steuersatz des Tages, an dem ein Kunde das Werk - zum Beispiel den Einbau einer Tür - abnimmt. Der ZDH und die Industrie- und Handelskammern empfehlen, bei größeren Aufträgen - etwa am Bau - alles, was bis zum 31. Dezember fertig wird, als Teilleistung abzurechnen und abnehmen zu lassen. Sonst könne es sein, dass ein ganzes Eigenheim, bei dem nur eine Tür erst Anfang Januar eingebaut wird, zum höheren Mehrwertsteuersatz von 19 Prozent abgerechnet werden muss. "Ein Unternehmer kann da leicht in den Verdacht der Steuerhinterziehung geraten", warnt Lefarth.

Gedanken machen müssen sich Unternehmer aber auch über einige Änderungen aus dem Jahressteuergesetz 2007 und dem neuen Umwandlungssteuergesetz "Sesteg". Hier die wichtigsten Neuerungen:

Jobticket: Wenn ein Unternehmer seinen Mitarbeitern das Jobticket finanziert, muss er dies künftig nicht mehr mit 15, sondern mit 30 Prozent versteuern. Hintergrund ist die neue Pauschalversteuerung für Geschenke und Incentives: Grundsätzlich müssen Arbeitnehmer Zuwendungen ihres Arbeitgebers, etwa Incentive-Reisen, versteuern. Jetzt kann der Arbeitgeber den Arbeitnehmer davon entlasten, indem er eine 30-prozentige Pauschalsteuer entrichtet. Diese Regelung ist günstiger als das bestehende Recht. Die Pauschalsteuer gilt auch für Geschenke an Geschäftspartner. Für das Wirtschaftsjahr muss sich der Unternehmer entscheiden, ob er für Zuwendungen an Mitarbeiter und Kunden die Pauschalversteuerung wählt, weil sie nur einheitlich ausgeübt werden darf.

Dienstwagen: Für Fahrzeuge, die Arbeitnehmern - auch GmbH-Geschäftsführern - überlassen werden, ändert sich nichts, wohl aber für die Dienstwagen von Einzelunternehmern und Personengesellschaftern: Für sie gilt die Ein-Prozent-Regel - allerdings nur, wenn der Wagen zu mehr als 50 Prozent betrieblich genutzt wird. Die Regel besagt, dass die private Nutzung für jeden Monat mit einem Prozent des inländischen Listenpreises inklusive Umsatzsteuer anzusetzen ist. Sie gilt bereits für die Steuererklärung für 2006.

Auskünfte: Das Finanzamt erhebt für rechtsverbindliche Vorabauskünfte eine Gebühr. Ihre Höhe richtet sich nach dem Wert des Steuergegenstandes. Für Unternehmen kann dies, etwa im Falle von Übernahmen, teuer werden, warnen die Wirtschaftsverbände. Das Finanzministerium weist allerdings darauf hin, dass dies nicht für Standardauskünfte gilt, sondern für die Prüfung komplexer Gestaltungen und damit für weniger als zehn Prozent der bisher üblichen Anfragen.

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