ZDF-Intendant würdigt den Verstorbenen als einen herausragenden Journalisten
Bodo H. Hauser an Lungenembolie gestorben

Der Fernsehjournalist Bodo H. Hauser ist im Alter von 58 Jahren an einer Lungenembolie gestorben. Das bestätigte das ZDF am Freitag. An der Seite seines Kollegen Ulrich Kienzle feierte Hauser mit der ZDF-Reihe „Frontal" große Erfolge.

HB HAMBURG. Große Der studierte Jurist war vor allem in den 90er Jahren mit der Doppelmoderation des ZDF-Politmagazins „Frontal“ bekannt geworden, bei der er sich legendäre Wortgefechte mit Ulrich Kienzle lieferte und den Spruch „Noch Frage, Kienzle?“ in den allgemeinen Sprachgebrauch einführte.Nach 290 Ausgaben wurde die Sendung Ende 2000 eingestellt, weil Kienzle im Alter von 65 Jahren aufhören wollte.

Hauser bezeichnete das Verhältnis zu Kienzle als „humorig gepflegte Hassliebe“, der frühere Nahost-Korrespondent Kienzle erklärte, er habe „den libanesischen Bürgerkrieg überlebt. Ich werde auch Bodo Hauser überleben“. „Frontal“ entwickelte sich zum beliebtesten ZDF-Magazin, das 1995 erschienene Buch „Noch Fragen Kienzle? Ja Hauser! Der offizielle deutsche Meinungsführer“ hielt sich zehn Monate auf den Beststellerlisten.

Bodo H. Hauser wurde am 23. Februar 1946 in Krefeld geboren. Nach dem Studium der Rechts- und Staatswissenschaften war er seit 1973 für das ZDF tätig. In den ersten Jahren berichtete er überwiegend aus Bonn und Nordrhein-Westfalen. Auf den Bildschirm kam Hauser als Moderator der „Bonner Perspektiven“ von 1981 bis 1987. Danach leitete und moderierte der Journalist fünf Jahre lang das Magazin „Studio 1“. Von März 1993 bis April 2001 präsentierte er gemeinsam mit Ulrich Kienzle das zeitkritische Politmagazin „Frontal“.

Neben den unterhaltsamen Dialogen zwischen den streitbaren Partnern setzte das investigative Magazin auch inhaltlich neue Maßstäbe in der politischen Berichterstattung. Seit Mai 2001 war Hauser Programmgeschäftsführer des Ereignis- und Dokumentationskanals Phoenix. Als solcher hat er insbesondere durch Akzentuierung der Aktualität maßgeblich dazu beigetragen, dass Phoenix zu einer ersten Adresse für politische Berichterstattung wurde. Hauser hat dort darüber hinaus u.a. mit der Reihe „Unter den Linden“ neue Talk-Formate etabliert und profiliert. Der passionierte Pfeifenraucher erhielt zahlreiche Auszeichnungen für seine journalistische Tätigkeit , darunter auch das Bundesverdienstkreuz und einen Bambi.

ZDF-Intendant Markus Schächter würdigte Hauser als einen herausragenden Vollblutjournalisten. Seine Arbeit sei von hohem Verantwortungsbewußtsein geprägt gewesen. Er habe eine persönliche Handschrift entwickelt, die ihn zu einem der populärsten Journalisten Deutschlands gemacht habe. Das ZDF sei ihm zu großem Dank verpflichtet. Phoenix-Programmgeschäftsführer Klaus Radke sagte, mit Hauser verliere der Sender „einen respektierten Kollegen und herausragenden Journalisten, der das Profil des Senders entscheidend geprägt hat“. Die Nachricht von seinem Tod habe alle tief bestürzt.

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