Zeugin: Schon früh Bedenken gegen Prämien
Neuer Ärger im Mannesmann-Prozess

Neuer Ärger im Mannesmann-Prozess: Zwei Zeugen räumten ein, den Prozess entgegen geltenden Rechtsvorschriften bereits als Zuschauer verfolgt zu haben. Die Richterin reagierte aufgebracht. Im weiteren Prozessverlauf wurden am Donnerstag zudem pikante Details ans Licht gebracht.

HB DÜSSELDORF. Im Mannesmann-Konzern hat es einer Zeugin zufolge bereits frühzeitig und umfassend Bedenken gegen die millionenschweren Prämienzahlungen gegeben, die im Zuge der Übernahme durch den Telekom-Riesen Vodafone vor vier Jahren geflossen sind. Ein Vodafone-Manager wich darüber hinaus in einigen Punkten von Aussagen des Ex-Mannesmann-Chefs Klaus Esser ab, bekräftigte aber, dass die Zuwendungen kein Thema im Übernahmekampf gewesen seien.

Die Zeugin Helga Anna Schoeller sagte am Donnerstag vor dem Düsseldorfer Landgericht, sie habe unmittelbar nach der Entscheidung des Aufsichtsratspräsidiums am 4. Februar 2000 über Anerkennungsprämien für Esser und den Aufsichtsratschef Joachim Funk gravierende formelle Bedenken gegen den Beschluss gehabt. Schoeller war damals Sachbearbeiterin in der für Vorstandsgehälter zuständigen Direktionsabteilung von Mannesmann. Sie habe umgehend den Leiter der Personalabteilung, den jetzigen Angeklagten Dieter Droste, sowie die Wirtschaftsprüfer der KPMG informiert. "Ich sah das nicht als Beschlussprotokoll an und habe das sofort Droste gesagt", sagte Schoeller. Das Protokoll habe "nicht der Norm entsprochen". Schoeller und einem weiteren Zeugen zufolge wurde die Prämien-Zahlung an Esser zunächst gestoppt.

Herbert Pelzer, der für die internen Gehaltsabrechnungen zuständig war, ergänzte, in der Mannesmann-Belegschaft seien Vorbehalte gegen die Zahlungen an Esser bekannt gewesen. "Das ist allgemein in der Firma gehandelt worden", sagte er. Esser hatte allein ein Paket von 30 Mill. ? erhalten. Esser zufolge waren die Zahlungen von Mannesmann als Prämie für die Wertsteigerungen geflossen, die er für die Firma und die Aktionäre errungen habe.

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