Zhou Chengjian Der nächste chinesische Milliardär ist verschwunden

Schon wieder ist in China ein Milliardär verschwunden. Diesmal trifft es mit Zhou Chengjian den Chef einer erfolgreichen Modekette. Der Handel der Aktie wurde ausgesetzt. Auch diesmal könnte Korruption der Grund sein.
Der Chef der Modekette ist verschwunden. Quelle: Screenshot: Metersbonwe
Filiale von Metersbonwe

Der Chef der Modekette ist verschwunden.

(Foto: Screenshot: Metersbonwe)

PekingErneut sorgt das Verschwinden eines Milliardärs in China für Schlagzeilen. Der Chef der Modefirma Metersbonwe, Zhou Chengjian, Nummer 62 auf der Liste der reichsten Chinesen, sei nicht erreichbar, teilte seine Firma am Freitag der Börsenaufsicht mit. Der Handel mit Aktien von Metersbonwe sei „im Interesse der Anleger“ ausgesetzt.

Die Zeitung „Qianjiang“ hatte am Donnerstagabend schon von Zhous Verschwinden berichtet und spekuliert, er könne in Zusammenhang mit einem Fall von Insiderhandel festgenommen worden sein.

Erst Mitte Dezember war der Milliardär Guo Guangchang tagelang verschwunden. Als er wohlbehalten wieder auftauchte, erklärte seine Firma, er habe den Behörden bei Ermittlungen geholfen - eine Umschreibung dafür, dass er verhört worden war, Medienberichten zufolge in Korruptionsermittlungen.

In China ist es nicht ungewöhnlich, dass Politiker oder Unternehmer „verschwinden“, bevor offiziell Anklage gegen sie erhoben wird - meist wegen Korruption. Präsident Xi Jinping fährt seit seinem Amtsantritt eine öffentlichkeitswirksame Anti-Korruptionskampagne, die bereits zur Festnahme und Verurteilung zahlreicher ranghoher Beamter geführt hat.

Das sind Europas größte Modekonzerne
Platz 10: Calzedonia
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Die Fachzeitschrift „TextilWirtschaft“ untersucht jedes Jahr die Umsätze der größten europäischen Bekleidungshersteller. Die Analyse zeigt: Der Markt steht vor großen Herausforderungen. Zwar konnten die meisten Konzerne wie zum Beispiel Calzedonia wachsen, doch die Krise in Russland und der Ukraine dürfte sich früher oder später in den Bilanzen niederschlagen.

Umsatz 2013: 1,60 Milliarden Euro
Umsatz 2014: 1,85 Milliarden Euro
Veränderung: + 15,4 Prozent

Platz 9: Giorgio Armani
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1975 gründete Georgio Armani das Modelabel Armani. Mittlerweile gehört der Konzern zu den Größten der Modebranche. Für Armani arbeiten rund 6500 Menschen. Neben Kleidungsstücken vertreibt Armani außerdem Home-Artikel und Parfüms. Seit 2002 verkauft der Konzern auch Konfiserie-Artikel sowie verschiedene Honig- und Marmeladensorten. Acht Jahre später entstand im Burj Khalifa in Dubai das erste Hotel im Armani-Stil.

Umsatz 2013: 1,75 Milliarden Euro
Umsatz 2014: 2,00 Milliarden Euro
Veränderung: + 14,2 Prozent

Platz 8: Esprit
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Ehemals etablierte Marken sind zu teuren Restrukturierungen gezwungen. So muss sich Esprit auf die Ansprüche der Kunden im digitalen Zeitalter einstellen, heißt es in der Studie von „TextilWirtschaft“. Auch Gerry Weber ist davon betroffen. Darüber hinaus leiden die Modekonzerne auch unter dem starken Dollar, der die Beschaffung verteuert. Esprit trifft es besonders hart. Bei keinem anderen Modekonzern in den Top-20 ist der Umsatz derart stark geschmolzen.

Umsatz 2013: 2,35 Milliarden Euro*
Umsatz 2014: 2,10 Milliarden Euro**
Veränderung: - 10,7 Prozent

*Geschäftsjahr 2013/14
**Geschäftsjahr 2014/2015

Platz 7: Kering
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Das französisch-italienische Modeunternehmen Kering dürften nur den Wenigsten bekannt sein. Doch mit Labels wie Puma oder Gucci erreicht der Konzern ansehnlich Umsätze. 2014 konnte Kering seinen Umsatz um knapp zwölf Prozent erhöhen.

Umsatz 2013: 2,13 Milliarden Euro
Umsatz 2014: 2,38 Milliarden Euro
Veränderung: + 11,6 Prozent

Platz 6: Hugo Boss
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damDie Edelmarke Hugo Boss ist das zweitgrößte Modeunternehmen Deutschlands. Gegründet wurde es 1924 in Metzingen durch Hugo Ferdinand Boss. Ursprünglich stellte Hugo Boss Berufskleidung her. Unrühmlich ist die Vergangenheit des Konzerns. Im Zweiten Weltkrieg stellte der Konzern die Uniformen für SA, SS und die Wehrmacht her. Dafür wurden unter anderem Zwangsarbeiter aus West- und Osteuropa eingesetzt. Erst nach dem Krieg und dem Tod des Gründers 1948 wurde Hugo Boss zum Modekonzern. Unter der Leitung von Hugo Ferdinand Boss' Schwiegersohn Eugen Holy begann das Unternehmen damit, Herrenanzüge herzustellen.

Umsatz 2013: 2,43 Milliarden Euro
Umsatz 2014: 2,57 Milliarden Euro
Veränderung: + 5,8 Prozent

Platz 5: Tommy Hilfiger
6 von 10

Modedesigner Tommy Hilfiger rief 1984 in New York sein eigenes Modelabel ins Leben. Dass der Konzern im Ranking europäischer Modekonzerne gelistet ist, hat er seinem Firmensitz zu verdanken. Tommy Hilfiger sitzt seit 1997 in Amsterdam. 13 Jahre später wurde das Unternehmen durch den US-Konzern Phillips-Van Heusen übernommen.

Umsatz 2013: 2,56 Milliarden Euro*
Umsatz 2014: 2,70 Milliarden Euro*
Veränderung: + 5,3 Prozent

*Geschäftsjahr 2013/14
**Geschäftsjahr 2014/15

Platz 4: Christian Dior
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Direkt nach dem Krieg gegründet, trug Christian Dior maßgeblich dazu bei, dass sich Paris als Modehauptstadt der Welt etablieren konnte. Insgesamt beschäftigt das Unternehmenskonglomerat über 100.000 Mitarbeiter. Für die Modesparte von Dior arbeiten knapp 3600 Menschen.

Umsatz 2013: 2,26 Milliarden Euro
Umsatz 2014: 2,70 Milliarden Euro
Veränderung: + 19,6 Prozent

Der nun verschwundene Zhou hat sich vom armen Schneider zum Chef der erfolgreichen Modekette Metersbonwe emporgearbeitet. Das Wirtschaftsmagazin „Hurun“ schätzt sein Vermögen auf 4,1 Milliarden Dollar (3,8 Milliarden Euro).

Metersbonwe bietet günstige Klamotten für junge Leute an und hat nach eigenen Angaben fast 5000 Filialen in der Volksrepublik. In den vergangenen Jahren hatte die Firma versucht, auch außerhalb Chinas bekannter zu werden - im dritten Transformers-Film trug der Schauspieler Shia LaBeouf ein Metersbonwe T-Shirt.

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  • afp
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