Zino Davidoff zum 100.
Der Zigarrenkönig

Rauche weniger, aber besser und länger - mache einen Kult daraus, eine Philosophie“, lautete das Motto des „Zigarrenkönigs“. Der Begründer der weltweit bekannten Marke Davidoff soll seinen Humor und sein ausgeprägtes Gefühl für das Schöne im Leben bis zu seinem Tod im Alter von 87 Jahren nie aus den Augen verloren haben. An diesem Samstag wäre Davidoff 100 geworden.

HB HAMBURG/GENF. Die Eltern Davidoffs waren 1911 mit dem damals fünfjährigen Zino aus der Ukraine in die Schweiz ausgewandert. Vater Henri eröffnete eine erste Tabakhandlung am Genfer „Boulevard des Philosophes“ und lehrte seinen Sohn die Kunst, Tabak für Pfeifen und Zigaretten zu mischen. Nach seinem Abitur wollte Davidoff schließlich nicht studieren, sondern die Welt sehen. So bestieg er ein Schiff nach Amerika, durchstreifte Argentinien, Brasilien und Kuba und arbeitete dort auf Tabakplantagen und in Zigarrenmanufakturen.

Innerhalb von fünf Jahren lernte er alles, rund um das Tabakgewächs: Kultivierung, Trocknung, Fermentierung und Mischung waren bald kein Geheimnis mehr für ihn. Als er 1930 nach Genf zurückkehrte, erweiterte er das väterliche Geschäft um eine Zigarrenabteilung mit einem speziellen Keller, in dem die wertvollen Tabake ohne Qualitätsverlust gelagert werden konnten. Im selben Jahr heiratete er auch seine Frau Marthe, mit der er 62 Jahre lang zusammen lebte und eine gemeinsame Tochter hatte.

Auf dem Höhepunkt seiner Karriere sicherte Davidoff im Jahr 1970 seine Nachfolge und verkaufte das Geschäft an das Familienunternehmen Oettinger aus Basel. Dessen Geschäftsführer Ernst Schneider arbeitet weiter eng mit dem befreundeten Davidoff zusammen. Probleme gab es zwischenzeitlich lediglich in Kuba, dessen Tabak Davidoff durch die „Havanna“ berühmt gemacht hatte. Davidoff warf den Kubanern mangelnde Qualität vor, Kuba sprach von überhöhten Davidoff-Preisen. Seit 1992 kommt der Tabak für die gesamte Davidoff-Produktion daher aus der Dominikanischen Republik.

Seinem Image als Genussmensch entsprechend verbrachte Davidoff seine Nachmittage gern im Bridge-Club und seine Ferien häufig in Crans-Montana und Cannes. Nicht viel Wert legte Davidoff hingegen auf Statussymbole wie Autos. Er ging lieber zu Fuß von seiner Wohnung in den Laden. In hohem Alter soll er einmal gesagt haben: „Ich liebe alles, was sinnlich ist: Zigarren, Wein, Frauen. Letztere allerdings inzwischen nur noch theoretisch.“

Mit einem weltweiten Umsatz von etwa 1,8 Mrd. Dollar (1,5 Mrd. Euro) ist die Zigarren-Firma nach eigenen Angaben eines der größten Schweizer Unternehmen im Tabak-Im- und Export. Die Firmengruppe wuchs inzwischen auf 2 710 Mitarbeiter und 53 Läden, von London über Hongkong bis Beverly Hills, sowie auf fast 500 Vertragshändler. Unter der Marke Davidoff werden neben Zigarren auch Zigaretten und Pfeifen verkauft. Cognac, Lederwaren, Brillen, sowie Parfüms und auch Kaffee sind hingegen Lizenzprodukte der Firma Zino Davidoff SA, die Davidoff 1979 mitbegründete, um auch andere Luxusprodukte vermarkten zu können.

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