Zögling von Ex-Chef Ulrich Schumacher wird in den Vorstand berufen
Asien-Chef Loh steigt bei Infineon auf

Der neue Infineon-Chef Wolfgang Ziebart hat seine erste wichtige Personalentscheidung getroffen: Der langjährige Asien-Chef des Münchener Chipherstellers, Loh Kin Wah, wird zum 1. Dezember in den Vorstand befördert. Damit werde der wachsenden Bedeutung des Asien-Geschäftes Rechnung getragen, heißt es zur Begründung.

HB MÜNCHEN. Dabei ist die Personalentscheidung Ziebarts so neu nicht. Denn schon sein Vorgänger Ulrich Schumacher wollte nach Brancheninformationen kurz vor seinem plötzlichen Abgang im Frühjahr Loh in den Vorstand holen – was aber an internen Widerständen scheiterte. Der in Malaysia geborene Loh galt lange als Vertrauter Schumachers, der ihn sehr förderte. Die beiden konnten gut miteinander, lagen auf der gleichen Wellenlänge. Loh baute für die frühere Chipsparte von Siemens seit 1997 erfolgreich das Asien-Geschäft auf. Heute macht Infineon fast 40 Prozent des Umsatzes dort – Tendenz steigend.

Der sympathisch wirkende, sportliche Loh, der schon 1978 bei Siemens, der früheren Muttergesellschaft von Infineon, anheuerte, spricht fließend Deutsch. Anfang der neunziger Jahre hat er in Regensburg für Siemens gearbeitet – und Deutschland lieben gelernt. Noch heute schwärmt er von seiner Zeit in der bayerischen Provinz und hat auch noch Freunde in Regensburg, auch wenn er über manche deutsche Eigenart, etwa über die Bürokratie, den Kopf schüttelt.

Den Großteil seines Arbeitslebens hat der 50-Jährige in Asien verbracht. Neben Deutsch spricht er fließend Englisch, Malaiisch und Mandarin. Der ausgebildete Wirtschaftswissenschaftler wird seinen Dienstsitz weiter in Singapur haben, wo er gute Beziehungen zu allen wichtigen Entscheidungsträgern unterhält, und auch die Zuständigkeit für Asien behalten, hieß es gestern. Zu den Vorstandssitzungen wird er nach München reisen.

Erst vor zwei Wochen hatte Ziebart, seit Anfang September Infineon-Chef, indirekt Veränderungen im Vorstand angekündigt. Es sei nichts auszuschließen, aber auch nichts anzukündigen, sagte er. Zuletzt gab es immer wieder Spekulationen um die Vorstandsmitglieder Peter Fischl, Andreas von Zitzewitz und Peter Bauer. Das Trio hat angeblich im Frühjahr gegen Schumacher opponiert und zu seinem Sturz beigetragen. Gegen Zitzewitz gibt es zudem vage Vorwürfe wegen Fehlverhaltens beim Formel-1-Sponsoring von Infineon.

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