Zugang zu Chefetagen
Auch US-Konzerne benachteiligen Frauen

Selbst im Land der durchlässigen Hierarchiestufen schaffen es kaum Frauen ins Spitzen-Management. Veränderungen über die Jahre gibt es kaum. Damit zeigt sich das gleiche Dilemma wie bei europäischen Unternehmen.
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New YorkAuch in den USA schaffen es einer Studie zufolge nur wenige Frauen in die Chefetagen großer Unternehmen. Obwohl rund die Hälfte der arbeitenden Bevölkerung Frauen sind, liegt deren Anteil in den Direktorien nur bei gut 16 Prozent, wie eine am Dienstag veröffentlichte Studie ergab. An der Zahl habe sich seit 2005 quasi nichts geändert, teilten die Verfasser der Studie "Catalyst 2012 F500 Census" mit. Bei Vorstandsposten sieht es ähnlich wie in Europa noch schlechter aus. Hier liegt der Frauenanteil bei nur rund 14 Prozent. In den vergangenen zwei Jahren habe mehr als ein Viertel der großen US-Firmen gar keine Frauen auf Vorstandsebene beschäftigt. Nur ein Fünftel habe einen Anteil von mindestens 25 Prozent erreicht.

Die Studie belegt, wie langsam sich die Chancen auf Führungsjobs für Frauen in den USA verbessern. Die Forscher bezeichneten den Fortschritt als "nicht bedeutsam". Für farbige Frauen waren die Voraussetzungen noch schlechter. Sie kamen in den Direktorien 2012 auf einen Anteil von 3,3 Prozent.

Die Forscher von Catalyst nehmen jährlich die Zusammensetzung der Führungsgremien der größten 500 US-Unternehmen unter die Lupe, die das Magazin "Fortune" gemessen am Umsatz auflistet. Als Hauptstolpersteine für Frauen auf dem Weg in die Chefetagen nannten die Forscher fehlende Förderung sowie mangelndes Interesse der Führung.

In Europa sehen die Zahlen ähnlich aus. Die EU-Kommission hat deswegen vorgeschlagen, für Aufsichtsräte börsennotierter Unternehmen ab 2020 eine Frauenquote in Höhe von 40 Prozent einzuführen. Bislang liegt der Anteil bei unter 15 Prozent. Allerdings lehnen viele EU-Länder, darunter Deutschland, die Vorschläge ab.

 
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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