Zur Perfektion hochoptimiert
Der Gepard rennt sich zu Tode

Geparden wird es wohl nicht mehr lange geben. Biologen erwarten, dass der Gepard als Rasse das 21. Jahrhundert kaum überleben wird – trotz Naturschutz. Auf den ersten Blick erscheint das völlig unverständlich, denn er ist ein Tier, das seine besonderen Fähigkeiten zur Perfektion hochoptimiert hat: Er ist das schnellste Säugetier der Welt.

HB DÜSSELDORF. Wenn er mit bis zu 110 Kilometern in der Stunde durch die Savanne jagt, dann ist nicht mehr als eine rasende Staubwolke zu sehen. Für seine Beutetiere bedeutet das den pfeilschnell nahenden Tod.

Geparden hätten im Windkanal konstruiert sein können: Ein kleiner, aerodynamischer Kopf, lange, dünne Beine, eine elastische Wirbelsäule, gleitende Schulterknochen und ein langer Schwanz, der ihm als Ruder ermöglicht, selbst bei hohem Tempo schnell die Richtung zu wechseln. Seine Krallen hat er immer ausgefahren und läuft wie auf Spikes. Seine Augen arbeiten wie Ferngläser und helfen ihm, Entfernungen präzise einzuschätzen.

Vor einem Gepard zu fliehen, hält kein Organismus lange durch, auch nicht der der Gazelle, obwohl die schon eine Meisterin der Beschleunigung ist. In vollem Lauf stößt der Gepard sein Beutetier um, das nach der mörderischen Hetzjagd ohnehin schon der Ohnmacht nahe ist, und drückt ihm dann leichterdings mit den Pfoten die Luft ab.

Danach jedoch muss der Gepard erst verschnaufen. So lange muss die Mahlzeit warten. Doch das ist ein Problem: In den 15 Minuten, die der Gepard braucht, um fressbereit zu sein, tauchen Hyänen auf, Löwen oder Geier und machen sich an seine Beute ran. Für einen Kampf ist der Gepard jetzt leider zu groggy. Und so wartet er geduldig, bis die Schmarotzer satt sind. Er investiert also viel, fährt jedoch nur einen Bruchteil der Gewinne selbst ein.

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