Zusammenarbeit mit Chinesen
Middelhoff kündigt eigenes Comeback an

Thomas Middelhoffs Ruf ist vor allem durch die Pleite der Karstadt-Mutter Arcandor angekratzt. Doch der Ex-Chef des Warenhauskonzerns und des Medienhauses Bertelsmann hat eine neue Aufgabe in Aussicht.
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DüsseldorfEin großer europäischer Medienkonzern sollte angeblich die nächste Karrierestation von Thomas Middelhoff werden. „Die Sache ist so gut wie unter Dach und Fach“, sagte der Manager in einem Interview der Süddeutschen Zeitung. Er könne aber noch keine Details nennen. Wenig später berichtete die Financial Times, dass Middelhoff mit dem chinesischen Medienunternehmer Bruno Wu eine gemeinsame Investmentfirma gründen werde: BT Capital. Beide wollten gemeinsam Investments etwa in der Fernseh-, Film- und Internetbranche tätigen. Das Ziel sei es die erste weltweite Medien- und Investmentfirma zu gründen, die ihren Ursprung in China hat. Zunächst sollte vor allem in mittelgroße europäische Unternehmen investiert werden.

Middelhoff war in den vergangenen Jahren vor allem durch juristische Streitereien aufgefallen ist. So klagt er unter anderem gegen die Deutsche-Bank-Tochter Sal. Oppenheim, über die er Millionen in Fonds investiert hatte. Gegen ihn läuft zudem ein Verfahren wegen des Verdachts der Untreue im Zusammenhang mit seiner Arbeit bei Arcandor. Er habe private Flüge von der Firma zahlen lassen.

Im Zeitungsinterview verteidigt Middelhoff sich und schiebt etwa die Schuld an der Insolvenz von Arcandor auf seinen Amtsnachfolger und ehemaligen Telekom-Finanzvorstand Karl-Gerhard Eick. Dieser seit der „Totengräber von Arcandor“. Den Vorwurf, durch ein privates Investment in Karstadt-Immobilien einen Interessenkonflikt geschaffen zu haben, weist Middelhoff ebenfalls von sich. Er habe alle Beteiligungen dem Aufsichtsrat offen gelegt und keinen Einfluss auf die Fonds gehabt, denen die Karstadt-Häuser gehörten.

Der Arcandor-Insolvenzverwalter Hans-Gerd Jauch fordert Millionen von Middelhoff vor allem wegen umstrittener Bonuszahlungen, die er ein halbes Jahr vor der Insolvenz des Unternehmens erhalten habe. Ein damaliges Aufsichtsratsmitglied hatte in einem Prozess die Zahlung aber als gerechtfertigt angesehen. Bei der Bewilligung sei zudem eine Insolvenz nicht in Aussicht gewesen.

Middelhoff war in den Jahren 1998 bis 2002 Vorstandschef von Bertelsmann, der Mutter des Fernsehsenders RTL und vieler weiterer Medienunternehmen. In dieser Zeit habe er sich wegen der mittelständischen Prägung des Unternehmens „Risse und Schäden“ zugezogen, sagte Middelhoff im Mai dieses Jahres. Danach habe er eigentlich von Vorstandsjobs abgeschworen, bei Karstadt aber „nicht kneifen wollen“. Dort hatte er von 2005 bis 2009 das Sagen.

Die Karstadt-Quelle-Erbin Madleine Schickedanz sei auch weiterhin gut auf ihn zu sprechen und habe ihn nicht auf Schadenersatz verklagt. Schickedanz hatte mit der Karstadt-Pleite ihr gesamtes Vermögen verloren. Die Erbin hatte bei Geldgeschäften – wie Middelhoff auch – auf den Vermögensverwalter Josef Esch vertraut, der enge Beziehungen zu Sal. Oppenheim pflegte. Esch zu vertrauen sein sein „schwerster Fehler“ gewesen, so Middelhoff.

Der gebürtige Düsseldorfer hat derzeit mehrere Mandate inne. Unter anderem ist er Verwaltungsratsmitglied bei der New York Times und Aufsichtsratschef der Pflegehauskette Marseille-Kliniken.

Martin Dowideit, Leiter Digitales, Handelsblatt.
Martin Dowideit
Handelsblatt / Leiter Digitales

Kommentare zu " Zusammenarbeit mit Chinesen: Middelhoff kündigt eigenes Comeback an"

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  • Ja das stimmt sicher ,aber bis dahin ist ein weiteres Unternehmen schon kaputt....

  • Ist der Ruf erstmal ruiniert....

    Ob man den Aufsichtsrat für die Entscheidung IHM einen Posten zu geben, haftbar machen kann? Wenn er wegen Untreue verurteilt wird, kann er sowieso nicht mehr Vorstand sein.

  • Mitglieder der 'Clique' müssen ihre Leistung nicht beweisen...

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