Zwei Chefs für eine Sparte
Aus eins mach zwei: Die Post teilt die Logistik

Zur Bilanz-Pressekonferenz am Mittwoch braucht die Deutsche Post mehr Platz als sonst - für die Presse und die Vorstandsriege. Die Steueraffäre um Ex-Vorstandschef Klaus Zumwinkel lockt viele Journalisten nach Bonn. Und zwei Personalien sorgen dafür, dass der Vorstand auf dem Podium enger zusammenrücken muss.

DÜSSELDORF. Mit Hermann Ude, 46, und Bruce Edwards, 52, präsentiert der neue Post-Chef Frank Appel gleich zwei neue Logistik-Vorstände. Appel war für diese Aufgaben vor seinem Aufstieg an die Spitze alleine verantwortlich.

Mit der neuen Doppelspitze setzt Appel erste Zeichen: Er will die Post stärker dezentralisieren. Die Sparte Logistik wird in die Bereiche Spedition und Kontraktlogistik geteilt. Der gebürtige Kieler Ude leitet den Landverkehr (Freight) sowie die Luft- und Seefracht (Global Forwarding). Der Amerikaner Edwards soll sich um die Kontraktlogistik (Supply Chain) kümmern. Chris Fahy, 50, ist Verlierer bei der Vorstandsbesetzung. Er steuerte bislang die Luft- und Seefracht, die nun an Ude fällt. Ihm sei ein Vertrag als "Senior Manager" angeboten worden, sagte eine Post-Sprecherin. Er werde künftig direkt an Appel berichten. Im Klartext: Fahy wird ein neues Aufgabengebiet angeboten.

"Der Schwerpunkt unseres Logistikgeschäfts wird in Zukunft noch stärker auf organischem Wachstum liegen", kündigte Appel an. Damit dürfte die Zeit der großen Zukäufe vorüber sein. Nun gilt es, die eher dürftige Umsatzrendite von 3,4 Prozent im Jahr 2006 zu verbessern. Die Logistik ist ein Kerngeschäft der Post. Mit 163 000 Mitarbeitern erzielte die Tochter DHL knapp 23 Milliarden Euro und so ein gutes Drittel des Konzernumsatzes.

Ude arbeitet seit zehn Jahren bei der Post und leitete zunächst das Büro des damaligen Konzernchefs Zumwinkel. Im Jahr 2006 übernahm der Betriebswirt das Geschäftsfeld Freight der Logistiksparte. Es gilt zwar mit einem Umsatz von 3,7 Milliarden Euro und 11 000 Mitarbeitern als vergleichsweise klein, ist aber sozusagen das Rückgrat der Sparte. Denn ohne LKW läuft auch bei der Post wenig. DHL ist in dem Bereich die Nummer zwei weltweit mit einem Marktanteil von zwei Prozent hinter der Bahn-Tochter Schenker.

"Appel und Ude sind ein eingespieltes Team", sagen Mitarbeiter. Kein Wunder: Beide kommen von der Unternehmensberatung McKinsey, wie auch schon Zumwinkel, und gelten als dessen Zöglinge.

Edwards hatten dagegen wohl nur Logistik-Experten auf der "Watch-List". Er kümmert sich seit 2005 um das eher trockene Geschäft der Kontraktlogistik, also der umfassenden logistischen Betreuung von Unternehmen. Edwards leitete aber den mit 12 Milliarden Euro Umsatz und 125 000 Mitarbeitern größten Bereich der Logistiksparte. DHL ist hier weltweit Marktführer mit einem Anteil von über sechs Prozent vor den Rivalen Ceva (ehemals TNT), Wincanton, Kühne & Nagel sowie UPS.

Zusätzlich erhält er nun die Verantwortung für die Tochter Williams Lea, einen Logistikspezialisten für Briefe. Edwards kam wie auch Post-Finanzchef John Allan von der Neuerwerbung Exel zur Post.

Gleichzeitig nutzt Frank Appel die Neubesetzung, um das internationale Briefgeschäft an die Briefsparte zurückzugeben, die von Jürgen Gerdes geleitet wird.

Ein wichtiges Signal: Denn es galt, Gerüchte über ein Zerwürfnis zwischen Appel und Gerdes zu zerstreuen.

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