Zwei Daimler-Vorstände im Amt bestätigt
Zetsche sorgt für Ruhe

Daimler-Chrysler-Chef Dieter Zetsche hat sich gegen eine Neuordnung des noch von seinem Vorgänger Jürgen Schrempp formierten Vorstands entschieden und verlängert die Verträge von Daimler-Vorständen Grube und Renschler vorzeitig.

FRANKFURT. Nach Informationen aus Unternehmenskreisen stehen zwei Schrempp-Vertraute vor einer Verlängerung ihrer Verträge um drei Jahre: Strategievorstand Rüdiger Grube und Nutzfahrzeugchef Andreas Renschler.

Die Kontrakte werden wohl bereits auf der kommenden Aufsichtsratssitzung des Konzerns am 25. Oktober am Chrysler-Stammsitz in Auburn Hills erneuert, bestätigten Insider einen Bericht des „Spiegels“. Ein Daimler-Sprecher wollte die Informationen nicht kommentieren. Noch vor wenigen Wochen war in Medienberichten an einer Vertragsverlängerung gezweifelt worden, vor allem im Fall Renschler, der als Weggefährte von Schrempp gilt. Bereits im Frühjahr hatte Daimler den Vertrag von Finanzchef Bodo Uebber und im Sommer den von Chrysler-Chef Tom LaSorda erneuert.

Die Verträge von Grube und Renschler wären im September 2007 ausgelaufen. Die Verlängerungen werden im Konzern als Vertrauensbeweis des neuen Konzernchefs für die Vorstandsmannschaft gewertet.

Die Namen Grube und Renschler waren bisher bei allen Spekulationen über Personalrochaden bei Daimler aufgetaucht. Die beiden müssen sich allerdings nach der Neuregelung der Vertragslaufzeiten im Sommer mit einem kürzeren Vertrag als ihre Kollegen begnügen: Der Autokonzern will seinen Vorständen künftig nur noch Drei- statt Fünfjahresverträge geben.

Vor allem Renschler gilt im Daimler-Führungskreis als umstritten. Ein Magazinbericht über einen millionenteuren Umbau seines Vorstandsbüros hatte dem Ex-Chef der Kleinwagenmarke Smart weitere Sympathien gekostet. Ende Januar hatte Zetsche Renschler das Geschäft mit Transportern entzogen.

Auch über den 55-jährigen Grube kursierten Spekulationen, dass er seinen Posten verlieren könnte. Sein Strategieressort verliert angesichts der Fokussierung des Konzerns auf Autos an Bedeutung. Grube habe sich aber mit seinen klaren Analysen die Wertschätzung von Zetsche erworben, heißt es aus dem Umfeld des Führungszirkels.

Die Vertragsverlängerungen sind wohl auch ein Beweis dafür, wie fest der CEO im Sattel sitzt: „Es gibt derzeit keinen im Vorstand, der Zetsche die Position streitig machen könnte, erklärte Robert Heberger, Analyst bei Merck Finck.

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