Zweikampf in Hannover
Zweikampf beim AWD: Behrens gegen Maschmeyer

Die neue Funktion klingt schon nach Zweikampf: Am Donnerstag hat der Swiss-Life-Manager Manfred Behrens seinen ersten Auftritt als Ko-Chef des Hannoveraner Finanzdienstleisters AWD. Der Schweizer Versicherer berichtet über das erste Halbjahr. Dabei erwarten Analysten wenig Gutes von der Tochter AWD.

FRANKFURT. Deshalb soll Behrens den Kampf aufnehmen und die Kosten in Hannover drücken. Sein Sparringspartner ist AWD-Gründer Carsten Maschmeyer. Zur Vorbereitung war Behrens gerade auf den Bahamas – zum Betriebsausflug mit seinen neuen Mitarbeitern. Jetzt weiß er erst recht, welcher Kampf ihn erwartet.

„Atlantis“ heißt das Luxus-Hotel mit blauen Lagunen, Wasserspielen, 23 Restaurants und 22 Bars. Dort feiert Behrens mit „2 600 Kollegen und Partnern“ von AWD. Auf alle diese Leute muss der 52-Jährige nun die „Hand legen“. Das verlangen seine Schweizer Chefs. Sie wissen, was sie an dem smart wirkenden Manager haben. „Wir haben uns in die Augen geschaut und da war Freundschaft“, soll Behrens über Maschmeyer gesagt haben. Er gilt zugleich als „knüppelhart“ und sehr ehrgeizig. Endlich leitet er eine Truppe nach seinem Geschmack: groß, bekannt und verkaufstüchtig. „Der ist stark genug, um AWD zu führen und Maschmeyer auszubooten“, sagt Branchenkenner Uwe Kremer von „kapital-markt intern“.

Behrens hat den Vertrieb der Volksfürsorge flott gemacht und genoss bei seinen Leuten hohes Ansehen. Er weiß: Vertreter verkaufen nur gut, wenn es im Kopf stimmt. Jede Niederlage muss daher zum Sieg umgemünzt werden – natürlich auch der Einstieg von Allianz, Axa und HBOS beim Objekt der Begierde, MLP. Zwar ist mit der Rückendeckung für MLP eine Übernahme des großen Konkurrenten aus Wiesloch nahezu unmöglich. Aber Maschmeyer deutet auch diese Schlappe um: „Die größten Finanzkonzerne der Welt werben um uns unabhängige Finanzberater“, ruft er allen Zweiflern zu. Nichts ist unmöglich, auch ein Bündnis mit MLP nicht, deren Aktien Maschmeyer heimlich gekauft und als 27-Prozent-Paket an Swiss Life weitergegeben hat.

Für Behrens ist Maschmeyers Traum jedoch weit, weit weg. Der „Wunschkandidat“ des AWD-Gründers hat ganz andere Sorgen. Er muss dem AWD „Planungs- und Kostendisziplin“ beibringen. Auch das hat ihm Swiss Life mit auf den Weg gegeben. Schon vor dem offiziellen Start Anfang September ist aber klar: Behrens betritt vermintes Gelände.

Ein „Weltmeister“ wie Maschmeyer denkt nicht an Ruhestand, obwohl er entmachtet worden ist, keine AWD-Aktien mehr hat und sein Baby bald von der Börse verschwindet. Spannend ist daher die Frage: Wie nimmt das neue Alpha-Tier das bisherige Alpha-Männchen in Hannover an die Leine?

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