Zweitgrößter Zweig des Maschinenbaus
Motorentechnik treibt Werkzeugmacher an

Weil die Motorentechnik nach immer anspruchsvolleren Bauteilen verlangt, steigen die Ansprüche an die Produzenten von Präzisionswerkzeugen. Neben der Nachfrage nach neuen Arbeitstechniken steigt das Interesse an Paketlösungen mit Serviceleistungen. Was die Qualität betrifft, gelten Unternehmen aus Deutschland als weltweit führend.

BREMEN. In den zwanziger Jahren waren es die Flugmotoren der Zeppelin-Luftschiffe, in denen die Großkurbelwellen der Firma Alfing dröhnten. Heute geht es in der Industrie geschmeidiger zu - und wesentlich präziser: Produkte von Alfing drehen sich etwa in Sportwagen von Porsche. "Kurbelwellen bis zu einem Meter Länge mit besonders hoher Drehzahl - das ist unsere Spezialität", erklärt Rainhard Laag, Geschäftsbereichsleiter der Maschinenfabrik Alfing- Kessler. Das Unternehmen aus dem südbadischen Aalen ist mit 1100 Mitarbeitern einer der weltgrößten unabhängigen Kurbelwellen-Hersteller für Automobil- und Großmotoren. "Die Motorentechnik verlangt nach höheren Drehmomenten bei immer komplizierterer Geometrie der Kurbelwellen", sagt Rainhard Laag. "Und weil die Ansprüche an unsere Produkte immer weiter steigen, haben wir schließlich auch die passenden Maschinen dazu entwickelt." Die Induktionshärtemaschinen des Unternehmens sind heute weltweit rund 450 Mal im Einsatz.

Alfing gehört nicht zu den größten Produzenten, sondern auch zu den Großabnehmern von Präzisionswerkzeugen, die in den eigenen Maschinen ihren Dienst tun. Denn erst die richtigen Bohrköpfe und Fräsen sorgen dafür, dass sich die Teile bauen lassen, die in der Motoren-, Getriebe- und Antriebstechnik gefragt sind. "Von der Motorenentwicklung gehen sehr starke Impulse für die Branche aus", bestätigt Uwe Heisel vom Institut für Werkzeugmaschinen an der Universität Stuttgart. "Denn das passende Werkzeug ist im Zerspanungsprozess der Garant für die geforderte Präzision." Will sagen: Metallhobel und Schneiden entscheiden über das Produkt.

Was technische Qualität und Sicherheit von Präzisionsmaschinen betrifft, gelten Unternehmen aus Deutschland als weltweit führend, sagt Heisel. Im Export liefert sich die Branche so seit vielen Jahren ein Kopf an Kopf-Rennen mit Japan und den USA. "Natürlich folgen wir als Unternehmen der Globalisierung", bestätigt Dietmar Bolkart, Geschäftsführer der Komet Group mit Sitz in Besigheim bei Ludwigsburg. Komet hat in diesem Jahr gleich sechs neue Standorte eröffnet, unter anderem in China, Japan und Russland. Der Hersteller von Präzisionswerkzeugen für die Innenbearbeitung gehört ebenso zu den größten Branchenspezialisten: 1450 Mitarbeiter erwirtschafteten 170 Mill. Euro Umsatz mit Werkzeugen für Bohrungen aller Art.

Damit zählt Komet in seiner Nische zu den drei größten Anbietern weltweit. "Neben der Autoindustrie gehören Luft- und Raumfahrt sowie Medizintechniker zu den größten Abnehmern", berichtet Geschäftsführer Dietmar Bolkart. Für 2006 erwartet er nach der Expansion ein Wachstum von rund 8 Prozent - und gibt sich selbstbewusst: "Wir streben das Ziel an, die internationale Nummer Eins zu werden", sagt Bolkart.

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