Während zum Beispiel BMW seine Manager an der Said Business School der Universität Oxford schulen läßt, schickt Eon seine Führungskräfte an das Bostoner MIT im US-Bundesstaat Massachusetts. Der Versicherungskonzern Allianz arbeitet mit der European School of Management and Technologies in Berlin zusammen. Dort werden Mitarbeiter in Gesprächsführung geschult, sie können aber auch nebenberuflich für einen MBA-Titel büffeln.
Um der zunehmenden Internatioalisierung gerecht zu werden, kooperieren etliche Unternehmen mit unterschiedlichen Managerschmieden. Fritjof Helemann, Personalmanager von Henkel, sagt beispielsweise: "Für unsere Global Academy arbeiten wir mit mehreren Business Schools zusammen, darunter das englische Henley Management College".
Die Postbank wiederum konzipiert Fortbildungen selbst; für die Umsetzung werden dann Partner gesucht. Uta Wieck, Leiterin der Führungskräfteentwicklung, sagt: "Fast alle unserer Programme und Seminare zur Entwicklung der leitenden Angestellten sind maßgeschneiderte Angebote, die von externen Experten durchgeführt werden. Es macht für uns Sinn, exzellente Dozenten, Trainer und Coaches einzusetzen, die neben ausgeprägtem Fach- und Methoden-Know-How auch Erfahrungen aus anderen Unternehmen und Branchen mitbringen. Geht es um firmeninterne Themen wie Strategie, Internationalisierung oder Bankfachwissen, die den Mitarbeitern näher gebracht werden sollen, setzt das Unternehmen oft Manager aus den eigenen Reihen als Referenten ein.
Neben externen Anbietern sind auch Corporate Universitys beliebte Einrichtungen für die Fortbildung der Executives. Anders, als es der Name andeutet, sind Corporate Universitys lediglich firmeninterne Fortbildungseinrichtungen und haben mit privaten oder staatlichen Hochschulen nichts zu tun. Die Abschlüsse, die hier erzielt werden, sind nicht staatlich anerkannt, dafür können die Unternehmen aber die Ausbildungspläne und Unterrichtsschwerpunkte passend zur Konzernstrategie selbst maßschneidern. Zahlreiche Dax-Unternehmen betreiben solche Corporate Universitys. Zu den Pionieren auf diesem Gebiet zählen die Lufthansa, Siemens, SAP, Daimler und die Deutsche Telekom. Eine eigene Manager-Schule will aber auch Thyssen-Krupp-Chef Ekkehard Schulz errichten. Für das sehr ehrgeizige Bildungs-Projekt kauft der Konzern derzeit den Markt an Programmleitern leer.
Egal, ob ein Kurs an einer Corporate University oder ein Seminar an der Business School belegt wird, der Karriereturbo scheint für Schulungswillige eingebaut - wie das Beispiel des Reisekonzerns Tui zeigt: Manager, die sich fortgebildet haben, konnten eine überdurchschnittliche Entwicklung im Unternehmen hinlegen.
