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05.05.2008  | Aktualisiert 30.05.2008, 15:55 Uhr 
Custom Programs

Maßgeschneidertes für Manager

von Christoph Mohr

Die führenden Business Schools in Europa und den USA entwickeln auch spezifische Fortbildungsprogramme, die auf einzelne Unternehmen zugeschnitten sind. Gerne auch in Deutschland.

Es ist ein beklagenswerter Zustand: Noch immer weiß eine Vielzahl von deutschen Unternehmen nicht, was eine "richtige" Business School ist - und was sie ihnen bieten kann. Wohl sind die Zeiten langsam vorbei, zu denen ein durchschnittlicher Personaler hierzulande, wie böse Zungen behaupten, nur in der Lage war, auf die Frage nach den drei besten Business Schools der Welt mit "Harvard, Harvard und Harvard" zu antworten. Doch die Erkenntnis, dass Business Schools mehr können als MBA greift auch heute bei Managern und Personalern in Deutschland nur langsam.

Denn eine Business School ist mehr als eine MBA-Schule oder gar die anglo-amerikanische Version der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät einer deutschen Uni. Eine Business School ist eine hocheffiziente Maschinerie zur Produktion von praxisorientiertem Management-Wissen, das sie auf verschiedene Weise zielgruppengerecht vermittelt. Dazu gehören die klassischen Studiengänge (MBA, MSc) genauso wie Managerfortbildung (Executive Education). Mehr noch: Gute Business Schools wie Harvard Business School, Columbia, Tuck oder Wharton in den USA oder Insead, London Business School und IMD in Europa fungieren als Dienstleister und Partner für Unternehmen, die komplexe Managementherausforderungen und Anpassungen (neudeutsch: Change Management) bewältigen müssen.


Das Handelsblatt lädt zur 2. Custom Programs Fair
Zum zweiten Mal veranstaltet das Handelsblatt am 8. Mai 2008 in Düsseldorf die "Handelsblatt Custom Programs Fair", die führende custom programs-Anbieter aus Europa und den USA mit Personalverantwortlichen deutscher Unternehmen zusammen bringt. Die Messe ermöglicht deutschen Personalern einen allgemeinen Überblick (Präsentationen, Podiumsdiskussionen), aber auch direkte Gespräche mit einzelnen Schulen hinter verschlossenen Türen. Vertreten sind die Top-Anbieter Ashridge, Center for Creative Leadership, Columbia Business School, Duke Corporate Education, ESADE, HEC Paris, IESE Business School, Instituto de Empresa, MIT Sloan School of Management, Ross School of Business (University of Michigan), Said Business School (University of Oxford), The Tuck School of Business at Dartmouth, Thunderbird Europe und Wharton.

Der Besuch ist für Personaler kostenlos; Teilnahme nur auf Einladung. Auskünfte: Rubach & Partner (berlin@rubach-pr.de; Tel.: 030 826 62 05)


Die in ihrer Mitarbeiterentwicklung fortschrittlichsten und innovativsten Unternehmen in Deutschland haben dies mittlerweile erkannt und sich zu Nutze gemacht. Sie lassen sich von Business Schools spezielle Fortbildungsprogramme nur für ihre eigenen Manager auf den Leib schneidern. Customized oder Custom Program(me)s heißen solche Angebote im Business-School-Jargon.

So sind eine Reihe deutscher Unternehmen mittlerweile gute Business-School-Kunden: Allianz, Bertelsmann (Insead, IMD, HHL), BMW (Said Business School) Deutsche Bank (Duke CE, London Business School, Henkel (Henley, IESE), RWE - sie alle lassen sich Managerfortbildungsprogramme "maßschneidern".

Nicht viel davon ist öffentlich bekannt - manchmal sogar nicht einmal im eigenen Unternehmen: "Wir hängen das schon deshalb nicht an die große Glocke", erklärt ein Personaler eines großen deutschen Finanzkonzerns, "weil wir hier sehr viel Geld für eine kleine Zahl von High Potentials oder Top-Managern ausgeben. Das kommt in Zeiten des Downsizing nicht unbedingt gut an."

Denn wirklich hochkarätige Custom Programs kosten in der Entwicklung gut und gerne 50 000 bis 200 000 Dollar; die Durchführung schlägt dann noch einmal mit Tagessätzen von 400 bis 2000 Dollar pro Person (ohne Reisekosten und Unterbringung) zu Buche.

Hauspolitisch problematisch sind solche Programme mitunter auch, weil die Teilnahme klar signalisiert, welcher High Potential auf der Karriere-Überholspur ist. Das ist nicht überall beliebt.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Welche Unternehmen lassen customizen?

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