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19.01.2007 
Connie Tai, Copenhagen Business School

"MBA Messen sind unbezahlbar"

von Christoph Mohr

Connie Tai ist seit vielen Jahren eine feste Größe in der internationalen Business School-Welt. Bis 2004 war sie Director of Marketing & Communications der Rotterdam School of Management (RSM) und war wesentlich am internationalen Aufstieg der niederländischen Schule beteiligt. Gegenwärtig ist sie Direktor of Marketing der Copenhagen Business School.

In ihren verschiedenen Funktionen hat sie MBA-Programme weltweit promotet und viele Male an der World MBA Tour teilgenommen. Dem Handelsblatt hat sie ihre Eindrücke geschildert.

Sie sind nun schon ein paar Jahre Teil des weltweiten MBA-Zirkus. Können Sie noch zählen, an wie vielen MBA-Messen Sie teilgenommen haben?

Ja, es stimmt: Ich bin jetzt schon viele, viele Jahre dabei. Ich glaube, dass ich mit der World MBA Tour bestimmt schon vierzig verschiedene Städte besucht habe.

Eine nette Art, auf bezahlte Weltreise zu gehen…

Na ja, sagen wir, es ist ein netter Weg, die Flughäfen und Hotels dieser Welt kennen zu lernen. Meistens haben wir Business School-Vertreter einen ziemlich voll gepackten Terminkalender, denn neben der MBA-Messe gibt es auch noch persönliche Treffen mit MBA-Bewerbern, Ehemaligen-Treffen, Unternehmensbesuche etc. Aber diese Reisen sind für mich immer Augenöffner, was die Geschäftskultur der Länder anbelangt, aus denen unsere MBA-Studenten und -Bewerber kommen, und ich bringe immer neue Ideen mit nach Hause, wie wir unsere Marketing-Aktivitäten gegenüber dieser Zielgruppe verbessern können.

Warum sind diese MBA-Messen eigentlich so wichtig für die Schulen?

Für mich als Marketing Director ist die Präsenz auf MBA-Messen weltweit ein Schlüsselelement in der Marketingstrategie, die besten Studenten für die Schule zu gewinnen, und das international. Es ist ein sehr effizienter Weg, mögliche MBA-Studenten in verschiedenen Teilen der Welt zu treffen und sie für unsere Programme zu begeistern. Management Education ist ein People Business. Deshalb ist der direkte Kontakt mit möglichen Studenten unbezahlbar, um unsere Werbebotschaft zu kommunizieren. Und die World MBA Tour ermöglicht es, in jedem Jahr zwischen einem Dutzend und über vierzig Städte in aller Welt zu besuchen.




In jüngster Zeit versuchen sich neben der von QS organisierten World MBA Tour andere MBA-Messen zu etablieren. Wie beurteilen Sie diese Konkurrenzsituation aus der Sicht der Schulen?

Gesunder Wettbewerb ist immer gut! Die Kunden, also die Business Schools und die Besucher haben mehr Auswahl, und die Messeveranstalter müssen sich anstrengen, wirklich den Bedürfnissen ihrer Kunden gerecht zu werden. Die World MBA Tour von QS hat eine sehr etablierte Marktposition und eine gute Reputation in der Business School-Welt. Sie haben den Ruf, viele Besucher auf ihre Messen zu bringen und sind auch innovativ, was die Dienstleistungsangebote an die Schulen betrifft. Es war immer angenehm, über all diese Jahre mit QS zusammen zu arbeiten.

Wenn Sie auf Ihre World MBA Tour-Erfahrungen zurück blicken, was sind für Sie die positivsten Erlebnisse?

Für die Schulen ist die Teilnahme an diesen Messen eine erhebliche Investition, die sich oft nicht unmittelbar auszahlt. Für mich ist es deshalb am schönsten, zu sehen, dass potenzielle MBA-Studenten, die bei einer ersten Begegnung wegen unzureichender Berufserfahrung oder Geldmangel nicht reif für die Teilnahme an einem MBA-Programm und also eigentlich "verloren" waren, nach ein, zwei Jahren wieder kommen, wenn sich ihre Situation geändert hat. Unsere Investition hat sich dann also doch gelohnt!

Und was ist eine richtig schlechte Erfahrung?

In einigen Städten sind die Messen einfach überfüllt und wir haben nicht genug Zeit, um auf die MBA-Interessenten richtig einzugehen.

Sie sind auch schon ein paar Mal auf der World MBA Tour in Frankfurt, München und Berlin gewesen. Wie war es da?

Die Schulen, für die ich gearbeitet habe, waren sehr an MBA-Studenten aus Deutschland interessiert. Und da haben uns die Messen wirklich in Kontakt mit vielen guten Leuten gebracht.

MBA-Interessenten gehen mit ihren eigenen Erwartungen auf eine MBA-Messe. Was sind umgekehrt Ihre Erwartungen als Business School an die Messe-Besucher? Was sollten MBA-Interessenten tun, wenn Sie auf eine MBA-Messe gehen?

Aus Sicht der Schule würden wir diese persönlichen Begegnungen auf den Messen gerne dazu benutzen, die besonderen Vorteile unseres Programms zu diskutieren und wie unser Programm den spezifischen persönlichen Zielen eines potenziellen MBA-Studenten dienen kann. Wir würden uns also von Interessenten wünschen, dass sie nicht mit Fragen nach der Länge des Programms, der Höhe der Studiengebühren etc. kommen. Das kann man alles im Internet auf den Websites der Schulen finden! Die MBA-Messe sollte dazu dienen, das MBA-Programm zu finden, das wirklich am besten zu einem Interessenten passt. Und dann sollte man auch nicht unterschätzen, dass dies für einen Bewerber eine gute Gelegenheit ist, sich bei einer Schule gut zu präsentieren…
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