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06.07.2007 
Ideenschmiede statt Managerausbildungsstätte

Nobelpreisträger revolutionieren Märkte

von Christoph Mohr

Gute Business Schools sind nicht nur Manager-Schmieden. Bei ihren Vordenkern kann man auch Nachhilfe nehmen.

Nachwuchs an Investmentbankern produziert nach wie vor die London Business School. Sie ist der führende Anbieter bei Financekursen. Foto: ap Lupe

Nachwuchs an Investmentbankern produziert nach wie vor die London Business School. Sie ist der führende Anbieter bei Financekursen. Foto: ap

Fragen Sie doch einmal, wie viele Nobelpreisträger die haben! Wenn man Ted Snyder, Dean der University of Chicago Graduate School of Business (GSB), darauf anspricht, warum es seine Schule auf den meisten maßgeblichen MBA-Rankings noch nie auf den Spitzenplatz gebracht hat, mangelt es der Antwort nicht an Selbstbewusstsein. Andere Business Schools mögen auf MBA-Ranglisten vorne liegen, die Vordenker der Chicago GSB haben ganze Bereiche der Finanzindustrie revolutioniert.

Es ist ein Fakt, der in Deutschland oft nur unzureichend verstanden wird: Eine gute Business School ist nicht nur eine Managerausbildungsstätte. Sie ist auch eine Ideenschmiede, die ständig neue Denkansätze mit Relevanz für Management und Märkte hervorbringt. Und mag auch "Strategy" die Königsdisziplin einer Business School sein und der Weg zum Managementguru-Starruhm à la Michael Porter oder Gary Hamel, vor allem die US-amerikanischen "Finance"-Vordenker haben mit ihren Ideen insbesondere die Finanzmärkte geprägt.


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Bekanntestes Beispiel dürfte MIT-Ökonom Fischer S. Black sein, "Miterfinder" des Black-Scholes Options Pricing Theorems, das im Investmentbanking konkrete Anwendung fand, so dass es wohl nur folgerichtig war, dass der Wissenschaftler die Sloan School of Management verließ und zu Goldman Sachs wechselte. Auch die Arbeiten zur Portfoliotheorie von Chicago-Professor Harry Max Markowitz, 1990 mit dem Nobelpreis in Wirtschaftswissenschaften ausgezeichnet, haben das Investitionsverhalten an den Kapitalmärkten beeinflusst: Die Risikostreuung auf verschiedene Anlageklassen gehört heute zum Standard.

Princeton-Professor Burton Gordon Malkiel, zeitweise auch Dean der Yale School of Management, gelang das Kunststück, dass sich nicht nur sein theoretischer Denkansatz, dass Börsenkurse sämtliche den Marktteilnehmern verfügbare Informationen widerspiegeln, breit durchsetzte. Mit "A Random Walk Down Wall Street - A Time-Tested Strategy For Successful Investing" schrieb er einen Bestseller für Anleger, der bis heute in Neuauflagen erscheint.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Wer in Europa bleiben will, findet in Großbritannien die besten Programme.

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