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30.03.2007 

Ein MBA-Studiengang kann sowohl als (klassisches) Vollzeitstudium als auch berufsbegleitend (Teilzeit-, Modular- bzw. Fernstudium) organisiert sein. Von der Organisation und Zielrichtung eines Programms hängt wesentlich die Dauer ab. Sie liegt bei Vollzeit-Programmen zwischen neun und 24 Monaten. Bei Teilzeit-Programmen sind mindestens zwei Jahre anzusetzen.

Das Executive MBA-Programm ist in den meisten Fällen ein berufsbegleitendes Teilzeit- oder modulares Programm, das auch längere Präsenzperioden (residential periods wie etwa live-in weeks) an der Business School sowie Auslandsaufenthalte beinhalten kann. Die Teilnehmer an berufsbegleitenden Programmen müssen ihr Studium in der Regel in einer vorgegebenen Zeit beenden und gleichzeitig im vollen Anstellungsverhältnis in ihrem Unternehmen verbleiben.

Ein berufsbegleitendes Programm stellt deutlich höhere Anforderungen an Eigenmotivation, Belastbarkeit und Zeitmanagement. Der Student nimmt erhebliche Anstrengungen in Kauf, um Beruf, Studium und Familie in Einklang zu bringen. Die ohnehin schon beruflich intensiv reisenden Teilnehmer müssen dann die Präsenzwochen und Wochenendmodule entsprechend einplanen. Zusätzlich zu den Unterrichtsstunden fallen noch ein bis zwei Stunden täglich für das Selbststudium an, die eine hohe Eigenmotivation und Disziplin verlangen. Unsere EMBA-Studenten betonen immer wieder, dass die größte Herausforderung während des Studiums darin besteht, die Work-Life-Study-Balance zu finden.

Ein Vorteil der Teilzeitstruktur besteht darin, das über das Wochenende erlernte Wissen direkt im eigenen Arbeitsumfeld anzuwenden und umzusetzen. Ein Teil des hohen Nutzens der Investition in den MBA wird somit unmittelbar für den Teilnehmer und das fördernde Unternehmen spürbar. Das erklärt auch, warum in Europa 73 Prozent der EMBA-Studenten von den Unternehmen entweder teilweise oder ganz gefördert werden.

Bei Vollzeitprogrammen ist es wichtig, sich über den Einkommensverzicht während des Studiums im Klaren zu sein. Er ist neben den Studiengebühren ein Teil der Investition in die eigene Zukunft. Um die Finanzierungslast abzumildern, vergeben viele Anbieter Stipendien. Auch staatliche Zuschüsse (in Deutschland Bafög) sind mitunter möglich. Dass Unternehmen einen Mitarbeiter für ein Vollzeitprogramm freistellen und finanziell unterstützen, ist eher selten. Daher ziehen Vollzeit-Programme in erster Linie Jobwechsler oder Umsteiger an. Sie können in den führenden MBA-Programmen die Career oder Placement Services in Anspruch nehmen, um die Weichen für die berufliche Zukunft zu stellen. Ein solcher Service fehlt bei EMBA-Programmen aus einem wichtigen Grund: Ein hoher Anteil von Teilnehmern wird von ihren Unternehmen finanziell unterstützt. Die Unternehmen investieren intensiv in die Weiterbildung ihrer High Potentials, so dass sie zu einem Key Account für das EMBA-Programm werden. Um Interessenkonflikte zu vermeiden, offeriert das EMBA-Programm daher keine Unterstützung für einen Jobwechsel.

Tipp:

Setzen Sie sich ein berufliches Ziel, das Sie nach dem MBA innerhalb von fünf Jahren erreichen möchten (etwa Bereichsleiter). Stellen Sie die Gesamtkosten des Programms - Ihre Investition - dem zukünftig erwarteten Einkommen gegenüber und fragen Sie sich, wie lange es dauert, um die Kosten des Studiengangs unter günstigen Umständen (Sie werden Bereichsleiter) und unter ungünstigen Bedingungen (Sie schaffen es nicht) zu amortisieren.

Professor Dr. Jürgen Weigand ist Akademischer Leiter MBA an der WHU Otto Beisheim.

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